Wieden Er kennt die Kirche besser als der Pfarrer

Franz Asal (rechts) konnte die Glückwünsche von Pfarrer Helmut Löffler (Mitte) und Gerhard Kaiser, dem Dekanatsvorsitzenden der Mesner, entgegennehmen.Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Wieden. Ein sehr seltenes Jubiläum kann in diesem Jahr Franz Asal in Wieden feiern: Seit 70 Jahren verrichtet er den Mesnerdienst in der Allerheiligenkirche in Wieden.

Im Jahr 1950 hat Asal als 15-Jähriger den Mesnerdienst übernommen und ist in den folgenden 70 Jahren mit Herz und Seele in dieser Tätigkeit aufgegangen. Die Wiedener sagen: „Die Kirche gehört zu seiner Wohnung.“

Wie war es denn 1950, in der Nachkriegszeit? Die Kirchen waren voll, jeden Tag fanden Gottesdienste statt und der Mesner war täglich gefordert: Heizen, Läuten, Altar richten, Kleider der Ministranten und Albe, Gewand für den Priester bereitlegen, und so weiter und so fort.

Dazu kamen die Festtage im Jahreskreis. An Weihnachten, dem Fest der Geburt Christi, musste die ganze Familie ran. Bäume wurden mit dem Schlitten aus dem Wald geholt und in der Kirche aufgestellt. Und Franz Asal war über die Feiertage immer wieder dran, Kerzen zu erneuern, denn die waren durch die vielen Gottesdienste schnell abgebrannt.

Das Aufstellen der Figuren ist bis heute „Chefsache“. Asal achtet darauf, dass die Figuren immer am selben Ort stehen und meint: „Die Leute erwarten das.“

Beim Aufhängen des Erntedankkranzes kam es dann schon mal zu Diskussionen. Ist nun die Öffnung für das Seil vor oder hinter dem Bogen? Pfarrer Gerstenkorn streckte Franz Asal einmal die Hand entgegen: Eine Zehn-Mark-Wette. Natürlich kennt Franz Asal die Kirche besser als Pfarrer Gerstenkorn und freute sich über die zehn Mark.

Vor Ostern wurde die Leidensgeschichte gelesen, natürlich noch ohne Verstärker. Da konnte es schon mal passieren, dass bei der Generalprobe der Pfarrer von hinten „Lauter, lauter, man versteht nichts“ rief.

Im Gottesdienst am vergangenen Samstag durfte Franz Asal zu seinem Jubiläum die verdienten Glückwünsche in Empfang nehmen – von Pfarrer Helmut Löffler, vom Pfarrgemeinderatsvorsitzenden für die Pfarrgemeinde Wieden, Adolf Rombach, und vom Dekanatsvorsitzenden der Mesner, Gerhard Kaiser aus Todtnau.

Dieser übermittelte auch die Grüße vom Präses der Mesner im Wiesental, Pfarrer Franz Leppert, vom Präses des Diözesanverbands der Mesner, Pfarrer Eberhard Murzo, und überreichte für beide Verbände eine Jubiläumskerze und vom Diözesanverband die entsprechende Urkunde.

Ein ganz besonderes Geschenk durfte Franz Asal entgegennehmen: Das von Erzbischof Stephan Burger herausgebrachte Buch „Weltbegegnungen“, versehen mit einer persönlichen Widmung.

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