Wieden Forderungen nicht umsetzbar

Die Kulturlandschaft rund um Wieden wurde in erster Linie von den Landwirten geschaffen, argumentierte man im Gemeinderat in Bezug auf das Thema Managementplan Natura 2000. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Wieden (hjh). Strikt abgelehnt wurde am Wiedener Ratstisch der „Managementplan Belchen“ mit den neu festgelegten FFH-Flächen. „Wir können den Änderungen, die umgesetzt wurden, ohne auf die Stellungnahme der Gemeinde aus dem Jahr 2018 einzugehen, nicht zustimmen, weil wir uns nicht in der Lage sehen, die geforderten Maßnahmen umzusetzen“, heißt es in der Stellungnahme, die Bürgermeisterin Annette Franz in der Sitzung des Gemeinderats am Montag vortrug. Und sie machte deutlich: „Die Gemeinde kann die Verpflichtungen unmöglich leisten.“ Der Verzicht auf jegliche Düngung führe „zu einer Verschlechterung der allermeisten Flächen“, behaupten die Betroffenen und betonen: „Dem Managementplan liegen keinerlei wissenschaftlichen Untersuchungen oder Erkenntnis zugrunde.“

 Auf den Weideflächen Wiedens finde eine „permanente Verschlechterung“ statt. Die Pächter der Allmendflächen können allein dadurch Verbesserungen erzielen, dass sie regelmäßig düngen, sind sich Gemeinderäte und Bürgermeisterin unter Hinweis auf den Vertrag mit dem Land von 20. September 2009, der unter anderem die Düngung regelt, einig. Änderungen wie die geplanten müssten unbedingt „mit der Gemeinde und den Eigentümern abgestimmt werden“, heißt es weiter.

 In Wieden verweist man zudem auf das Konzept „Landschaft im Klimawandel – neue Nutz- und Schutzkonzepte für den Naturpark Südschwarzwald“ von 2018, in dem unter anderem zu lesen ist: „Zum Erhalt der Nutzungsmöglichkeit auf den Flächen sind Maßnahmen nötig, die reaktiv auf den Klimawandel wirken und gleichzeitig die Bewirtschaftbarkeit verbessern und vor allem eine Verschlechterung der Standortbedingungen aufhalten.“ Dazu gehöre eine moderate Düngung, wodurch die Wasserspeicherfähigkeit der Böden verbessert werde. Düngung werde in Absprache mit den unteren Naturschutzbehörden möglich, in den Managementplänen erwähnt und dann auch umgesetzt.

Notwendig sei allerdings eine stärkere Akzeptanz und Bewilligung bei den Behörden. Und nötig sei auch, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, „dass ohne Düngung eine tragfähige Bewirtschaftbarkeit durch den Landwirt in Zukunft kaum realistisch oder arbeitsökonomisch machbar ist“.

 In Wieden ist man davon überzeugt, verantwortlich dafür zu sein, wenn die Landwirte die Bewirtschaftung aufgeben. Die Frage wurde gestellt, ob man Unterstützung in Form von Beratungen oder finanziellen Mitteln von der Naturschutzverwaltung bekomme. Die Betroffenen nennen als Grund für die Verschlechterungen „nicht nur die Bewirtschaftung, sondern auch den Klimawandel“. Extreme Trockenheitsphasen würden die Pflanzenzusammensetzung und damit die Eigenschaften der Flächen verändern. „Und darauf“, sagen sie, „haben wir keinerlei Einfluss.“ Schließlich sei aufgrund zunehmender Trockenheit  und wegen der in die Jahre gekommenen Leitungen die Wasserversorgung kaum noch ausreichend vorhanden. Teure und aufwändige Gutachten werden notwendig sein, die als Ergebnis hohe Investitionskosten notwendig machen. Ist auch da Unterstützung seitens der Behörden zu erwarten?, wurde am Ratstisch gefragt.

Die Ablehnung des Managementplans ist also die logische Konsequenz aus all den genannten Gründen. Der Plan sei zudem während einer extremen Trockenheitsphase entstanden. Außerdem berücksichtige er nicht die Belange des Tourismus. Nichts sei zu lesen davon, dass die Gäste gerne „in unsere Kulturlandschaft kommen“ und sich darin wohlfühlen. „Und diese Kulturlandschaft wurde durch unsere Landwirte mit ihrer Art und Weise der Bewirtschaftung so geschaffen“, betonen Verwaltung und Gemeinderäte am Montag unisono.

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