Wieden Hotel im Ortskern bleibt erwünscht

Das frühere Hotel „Hirschen“ im Zentrum von Wieden soll abgerissen werden. Der Gemeinderat beschäftigte sich jetzt damit, wie es im Ortskern weitergehen könnte. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Wieden. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Montag mit dem Bebauungsplan für die Ortsmitte beschäftigt. Es stellte sich die grundlegende Frage, welche Nutzungen die Gemeinde in ihrer Ortsmitte künftig anstrebt.

Ein Investor hat im Jahr 2017 das Areal um das Hotel „Hirschen“ in der Ortsmitte von Wieden erworben. Ursprünglich beabsichtigte das Unternehmen, Hotel und Gasthof zu erhalten und zu sanieren sowie die umliegenden Freiflächen zu bebauen. Bisher hat man allerdings keinen Betreiber für Hotel und Gastronomie gefunden, und deshalb solle das bestehende Gebäude abgebrochen und das gesamte Areal neu bebaut werden. Ziel ist jetzt eine „wohnbauliche“ Nutzung, wobei teilweise auch Zweit- beziehungsweise Ferienwohnungen angestrebt sind. Der Fremdenzimmergebäudeteil soll renoviert werden.

Die Frage für den Gemeinderat war jetzt, welche Nutzungen man in der Ortsmitte künftig anstrebt. Davon hängt ab, ob das Areal entweder weiterhin grundsätzlich für die Nutzung durch ein Hotel mit Gastronomie vorgehalten wird und nur in Randbereichen eine wohnbauliche Nutzung in Betracht kommt, oder ob insgesamt eine wohnbauliche Nutzung entwickelt werden soll.

Planungshoheit liegt bei der Gemeinde

Für die Entwicklung dieses Gebiets hat die Gemeinde Wieden grundsätzlich die Planungshoheit. Die Gemeinde hatte vor diesem Hintergrund eine Rechtsberatung in Anspruch genommen und durch ein Freiburger Planungsbüro zwei Skizzen erstellen lassen, die die aus Sicht der Verwaltung mögliche Entwicklungen aufzeigen.

Variante 1 legte dar, dass für ein Hotel mit Gastronomie weiterhin eine angemessene Fläche im Ortskern von Wieden vorgehalten wird. Diese Fläche soll das bestehende Gebäude sowie für etwaige Erweiterungen die oberhalb des Gebäudes bis nahezu zur Landesstraße L 123 reichende Fläche umfassen. Im Übrigen kommt die Zulässigkeit von Einfamilienwohnhäusern auf Grundstücken mit einer den örtlichen Verhältnissen angemessenen Größe in Betracht.

Variante 2 sah vor, dass das gesamte Areal einschließlich der Fläche des bestehenden Hotels und Gasthauses zu Wohnbauland entwickelt wird. Für ein Hotel mit Gastronomie wäre danach in der Ortsmitte von Wieden kein Platz mehr. Im Wesentlichen wären danach Einfamilienwohnhäuser auf Grundstücken mit einer den örtlichen Verhältnissen angemessenen Größe zulässig.

„Geschlossene Rollläden“ nicht erwünscht

Eine Ferien- beziehungsweise Zweitwohnungsnutzung sollte aus Sicht der Gemeindeverwaltung auf dem Areal möglichst vermieden werden. Die Ortsmitte von Wieden sollte belebt sein; „geschlossene Rollläden“ soll es dort nach Möglichkeit nicht geben.

Planer Schill erläuterte mit einer Power-Point-Präsentation den Sachstand und die Planung „Entwicklungskonzept Mühlematte“. Die rechtliche Sicht der Dinge erläutert Rechtsanwalt Seith.

Es schloss sich eine rege Diskussion im Ratsrund an. Ergebnis: Es soll ein städtebaulicher Vertrag ausgearbeitet und darauf basierend ein Bebauungsplan neu gefasst werden, da der bisherige Bebauungsplan als veraltet gilt. Bei der Abstimmung entschied sich der Gemeinderat für die Variante 1. Demzufolge wird für ein Hotel mit Gastronomie weiterhin eine angemessene Fläche im Ortskern von Wieden vorgehalten.

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