Wittlingen 50 neue Wohneinheiten zwischen Bahn und Kander

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Am westlichen Ortsrand von Wittlingen soll ein Neubaugebiet entstehen. Foto: Herbert Frey

Wittlingen (hf). Die Gemeinde Wittlingen weist an der „Breitmatte“, zwischen Kandertalbahn und Kander gelegen, ein knapp zwei Hektar großes Neubaugebiet aus, in dem 50 Wohneinheiten entstehen sollen. Den städtebaulichen Entwurf nahm der Gemeinderat am Freitag einstimmig an. Um das Gebiet erschließen zu können, muss der Moosgraben verlegt werden.

Stephan Färber von der Lörracher Stadtbau erläuterte die Grundzüge der Planung. Das Gebiet wird im Osten von der Straße „Breitmatte“, die zum Sportplatz führt, im Norden von der nach Schallbach führenden Mühlestraße und im Westen von der Kander begrenzt. Entlang von Mühlestraße und Breitmatte sind vier kleine Mehrfamilienhäuser vorgesehen, denen zwei Tiefgaragen zugeordnet sind. Entlang einer von der Mühlestraße ins Baugebiet führenden Stichstraße mit Wendehammer, die den Bogen aufgreift, den die Kander auf dieser Höhe macht, fächern sich abwechselnd Doppel- und Reihenhäuser auf. Um einen Beitrag zum schonenden Umgang mit Naturflächen zu leisten, verzichte man bewusst auf Einfamilienhäuser, sagte Färber.

Ein Problem stellt der Moosgraben dar, der zwischen der Mühlestraße und dem künftigen Neubaugebiet liegt und unterirdisch in die Kander führt. Diese Verdolung befindet sich nur rund 50 bis 60 Zentimeter unter der Oberfläche. Zu wenig, um die Stichstraße und die Erschließungsleitungen darüber hinweg ins Gebiet zu führen, wie Ralph Kutsche von Rapp Regioplan erläuterte. „Wir müssen den Moosgraben also verlegen“, schilderte er. Sobald aber ein unter die Erde gelegtes Gewässer baulich verändert werde, seien Planer dazu angehalten, es wieder zu öffnen, umriss er die Problemlage. Ein offener Bach jedoch würde aufwendige Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich machen.

In Gesprächen mit dem Landratsamt habe man deshalb „um einen Kompromiss gekämpft“, wie der Ingenieur weiter ausführte. Mit Erfolg: Auf einem Teilstück wird der Moosgraben künftig offen geführt, er biegt sogar ins Neubaugebiet ab und wird dort naturnah gestaltet.

Ein unterirdisches Abschlagsbauwerk sorgt dafür, dass nur die durchschnittliche Abflussmenge von 200 Litern pro Sekunde in diesen offenen Teil geleitet wird. Alles, was darüber hinaus geht, landet in einer tiefer gelegten großen Röhre, die bis zu 2000 Liter pro Sekunde fassen kann. Auch bei Starkregen werde der offene Bach geordnet abfließen, so Kutsche. Die neue Verdolung liege 1,40 Meter tief in der Erde.

Von der Breitmatte her führt ein Fußweg ins Neubaugebiet. An zentraler Stelle ist zudem ein Spielplatz vorgesehen. „Das wird ein zukunftweisendes, reizvolles Neubaugebiet“, war sich Bürgermeister Michael Herr sicher.

Flachdächer für Photovoltaikanlagen

Aus Färbers Sicht ist es überlegenswert, hier vom Satteldachgebot abzurücken, weil Flachdächer besser mit Photovoltaikanlagen bestückt und begrünt werden können. Außerdem regte er an, einige der Stellplätze für die Häuser am Gebietsrand oberirdisch anzulegen, etwa entlang der Breitmatte, um die Kosten für die beiden Tiefgaragen zu reduzieren. Immerhin schlage ein Tiefgaragenplatz mit 40 000 Euro zu Buche, während das Anlegen eines oberirdischen Stellplatzes kaum etwas koste.

In dem zwei Hektar großen Gebiet, das die Gemeinde komplett erwerben konnte, sollen später einmal 120 Neubürger wohnen. Bereits diesen Sommer soll die Offenlage beschlossen werden.

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