Wittlingen Jetzt kommt es auf die Eltern an

Weiler Zeitung, 12.01.2018 22:43 Uhr

Wittlingen (jut). Die Betreuung der Grundschüler aus Wittlingen im Rahmen der verlässlichen Grundschule kann in Binzen nicht mehr geleistet werden. „Die Wittlinger Eltern haben die Nachricht erhalten, dass ihre Kinder im neuen Schuljahr nicht mehr betreut werden können, weil die Nachfrage vor Ort groß ist. Jetzt müssen wir eine Lösung suchen“, sagte Bürgermeister Michael Herr im Gemeinderat. Betroffen sind derzeit sieben Wittlinger Kinder.

Er verwies darauf, dass Räume im Wittlinger Schulgebäude zur Verfügung stehen. Dort gibt es ein freigewordenes Klassenzimmer, nachdem alle Grundschüler nun die Grundschule in Binzen besuchen. Das zweite Klassenzimmer ist für die U 3-Betreuung der Kindergartenkinder verplant.

Dreh- und Angelpunkt, so Herr, sei aber das Problem, geeignetes Personal zu finden. Die Betreuung der Grundschüler in den Randzeiten sei nämlich nicht mehr über das Kindergartenpersonal möglich, wie eine Nachfrage bei den zuständigen Stellen ergeben habe.

Der Rathauschef verwies darauf, dass es schon einmal eine Umfrage in Wittlingen gegeben habe, ob man eine Schülerbetreuung einrichten solle. Dieser Ansatz scheiterte an der fehlenden Nachfrage, die jetzt da ist. Nun ist die Mithilfe der Eltern gefragt, nicht nur, was das Finanzielle angeht, denn ein Elternbeitrag für die Betreuung muss eingeplant werden. „Die Schülerbetreuung gehört nicht zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde “, informierte Herr. „Die Finanzlage der Gemeinde reicht nicht aus, um hier großzügig zu sein.“

Vielleicht gebe es unter den Eltern jemanden, der Betreuungserfahrung hat, hofft Herr auf Vorschläge und Ideen. „Wir alle wissen, dass der Markt für Erzieherpersonal komplett leergefegt ist, ich habe schon drei Absagen auf meine Anfragen bekommen“, berichtete der Bürgermeister.

Gedacht ist an eine Bezahlung auf 450-Euro-Basis. „Zwei Kräfte wären noch besser, weil so im Krankheitsfall jemand vertreten kann“, überlegte der Bürgermeister.

Neben dem Problem, eine Grundschulbetreuung auf die Beine zu stellen, ist der Gemeinderat nun auch noch dahingehend gefragt, der Forderung der Behörden nach einer neuen Betriebserlaubnis für den Kindergarten nachzukommen. Die Eltern können helfen, indem sie die Fragen zum Erhebungsbedarf für Kindergarten und Schulkindbetreuung, die regelmäßig in schriftlicher Form an Haushalte mit Kindern gehen, beantworten.

Herr betonte, dass Beschwerden von Eltern, sie seien über Änderungen und Erhebungen nicht informiert worden, nicht richtig seien. Monika Wetzel als Verwaltungsangestellte mache sich viel Mühe, dass alle Eltern persönlich angeschrieben werden. Dies setze allerdings voraus, dass die Post auch gelesen werde, ärgerte sich Wetzel über die Kritik.

Laut Gemeinderatsbeschluss will man nun in die Grundschulkinderbetreuung einsteigen und dafür im Haushaltsplan einen neuen Titel eintragen. Jetzt ist die Mithilfe der Eltern gefragt.