Wittlingen Schnapszahl-Jubiläum der Chürbse-Clique

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Die Wittlinger Chürbse freuen sich auf die Kampagne und besonders das Schnapszahl-Jubiläums-Fest. Foto: Ralph Lacher

Wittlingen (os). Die Wittlinger Chürbse-Clique wurde wie eigentlich alle Vereine und Gemeinschaften in den letzten fast drei Jahren durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben durch Corona gebeutelt. Dennoch präsentiert sich am Wochenende und beim großen 44+1-Jahr-Jubiläums- Narrentreffen mit Narrenparty am Samstag, 14., und Umzug am Sonntag, 15. Januar, durch Wittlingen eine Clique, die in der Corona-Zeit ihre Aktivmitgliederzahl auf 41 gesteigert hat und gut dasteht, wie Cliquenchef Daniel Sütterlin betont.

Sütterlin weist auf die Tatsache hin, dass vor gut 44+1 Jahren, genauer am 27. Februar 1978 ,15 junge Wittlinger und Schallbacher die Chürbse-Clique gründeten. Aus dieser doch recht überschaubaren Gründungscrew entwickelte sich eine der größeren Fasnachtsformationen in der Region, so Sütterlin mit Blick auf 220 Mitglieder, darunter 41 aktive Hästräger, die aus Wittlingen, Rümmingen, Binzen und Schallbach kommen und zusätzlich rund zwei Dutzend Kindern, den „Narresome“.

Zum 33-Jährigen Anfang 2011 hatte sich die Clique ein neues Häs gegönnt, das passend zum Kürbis im leuchtenden orange-rotem Gewand mit großem Blätterkragen in grün daher kommt. Vor vier Jahren hatte man drei neue Masken zugetan: eine „liebe“, eine „böse“ und eine „ganz böse“ Chürbse-Maske. Die Cliquenmitglieder können sich die Maske aussuchen. So kommen die „Chürbse“ nicht mehr wie bisher mit einheitlichen „Gesichtern“ daher, sondern bunt gemischt aus lieb, bös und ganz bös, sagt Sütterlin in seinem Blick zurück. Sütterlin steht den „Chürbse“ seit 15 Jahren als Cliquenchef vor und weiß sich in einer Reihe von bisher erst sieben Cliquenchefs in 44 Jahren Bestehen.

Als am 27. Februar 1978 in Wittlingen einige Fasnachtsfreunde die Chürbse gründeten, entschied man sich, den Spitznamen, den die Wittlinger im Umland schon seit Jahrhunderten zwischen liebevoll bis mitleidig oder spöttisch haben, als Cliquenname zu nehmen, ist von Sütterlin außerdem zu erfahren. Dieser Spitzname sei sogar historisch verbürgt, denn in der bekannten Handschrift des Röttler Landvogts Ernst Friedrich von Leutrum aus dem Jahr 1740 ist nachzulesen, dass im „Dorfe Wittlingen sehr viele arme Leute leben, die nur das anbauen, was sie zur höchst eigenen Nothdurft brauchen. Die Wittlinger werden von ihren Nachbarn Chirbsenfresser genannt, vermutlich aus Armuth und weil sie bessere Früchte zu pflanzen nicht sonderlich imstande sind“.

Erster Cliquenchef war der allzu früh verstorbene Wittlinger Hans-Jürgen Frey, unter dessen Führung es mit den „Chürbse“ ab 1978 rapide voran ging. Neben Hans-Jürgen Frey waren der ebenfalls bereits verstorbene Peter Baschnagel sowie Klaus und Jürgen Frey, Fritz, Manfred und Ilse Hagin, Andrea Baumann-Held, Klaus Lauber, Wolfgang Maier, Jürgen und Rainer Radfelder, Rosi Rogg, Waltraud Schaber und Christian Weber Gründungsmitglieder und „Chürbse“ der ersten Stunde. Mit ihren Kürbiskopf-Masken und dem passenden Häs aus Gemüse-Blätter-Nachbildungen bereicherten die jungen Wittlinger Närrinnen und Narren die närrische Szene nicht nur in der Region, sondern kamen bei Rosenmontagsumzügen in Mainz sogar zu Fernseh-Ehren. Ab Anfang der 1980er Jahre fand in Wittlingen selbst das große „Chürbse-Sommerfest“ mit dem größten regionalen Gaudi-Tauziehturnier statt. Nach zehn Jahren an der Cliquenspitze zog sich Hans-Jürgen Frey 1988 zurück. Unter seinem Nachfolger Rainer „John“ Baltensperger wurden die „Chürbsebälle“ ins Leben gerufen. 1992 übernahm mit Anita Franzreb erstmals eine Frau das Ruder bei den „Chürbse“, ehe 1996 Rolf Sütterlin zur „Ober-Chürbse“ gewählt wurde. Auf ihn folgte Marc Haude, dann Mike Ernst und 2007 Daniel Sütterlin.

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