Wittlingen Viele Verordnungen

Das Corona-Virus und seine Folgen: Wittlingen zieht nach den ersten Monaten eine Bilanz. Foto: sba

Wittlingen -  Einen Bericht zum Stand der finanzwirtschaftlichen sowie weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie gab Bürgermeister Michael Herr in der Gemeinderatssitzung.

Laut einer aktuellen Steuerschätzung wird für Wittlingen mit Mindereinnahmen in Höhe von 124 000 Euro gerechnet, wobei davon 84 000 Euro auf den Einkommenssteueranteil entfallen. Auf der sicheren Seite sah der Bürgermeister die Gemeinde bei der Gewerbesteuer, die in Wittlingen bewusst konservativ mit 50 000 Euro angesetzt werde.

„Die Konjunktur zieht in Teilsegmenten wieder an“, hatte Herr auch Positives zu berichten. Was die „milliardenschweren Hilfspakete“ betrifft, war er sich sicher, dass „wir alle hier im Saal dazu herangezogen werden. Wie soll es auch anders gehen?“

Herr gab zudem bekannt, dass der Kindergartenvorstand des Trägerverbands beschlossen hat, den Eltern die Beiträge für die Ausfallmonate April bis Juni zu erlassen, sofern sie nicht die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.

Rechner Dietrich Hermann berichtete von 5600 Euro, die an Eltern zurückerstattet worden seien. Viele hatten ihre Zahlungen ohnehin schon vorab ausgesetzt. Für den Kindergarten bedeutet dies einen Ausfall von 6500 Euro pro Monat. Durch die Corona-Soforthilfe des Landes in Höhe von rund 14 500 Euro kann dieser Betrag jedoch zum Teil aufgefangen werden.

Die Mitarbeiter wurden in dieser Zeit ohne Kurzarbeit weiterbeschäftigt. Neben der Notbetreuung stellten sie für die zu Hause betreuten Kinder Beschäftigungspakte zusammen.

Als Belastung für die Gemeindeverwaltung empfand der Bürgermeister die Vielzahl an Verordnungen infolge der Corona-Pandemie, die teilweise sehr kurzfristig eingegangen seien. Als belastend schilderte er zudem das teilweise notwendig gewordene Einschreiten der Ortspolizei als so genannte untere Seuchenbehörde. Herr hofft nun, „dass eine zweite Welle aufgrund des vernünftigen Verhaltens der Bürger im Wissen um die Gefahren ausbleibt“. Die Verordnungen hätten nahezu jeden Wirtschafts- und Lebensbereich betroffen. Aktuell seien jedoch keine Quarantäne­anordnungen aktiv, berichtete Herr.

Verstärkt haben sich Anfragen zur Nutzung der Halle, etwa für Mitarbeiterschulungen, aber auch von Vereinen. Abschließens lobte Herr die Verantwortlichen von Vereinen, Kirche und Feuerwehr, die mit dem Thema sehr verantwortungsvoll umgegangen seien. Ihnen sagte er Unterstützung zu.

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