Wittlingen Wohnen statt Gewerbe

Die Gemeinde Wittlingen will ein größeres Grundstück kaufen – im Bild das kleine Gewerbegebiet. Eigentlich war das Grundstück für Gewerbe vorgesehen, aber Wittlingen ist dafür laut dem Bürgermeister ein nicht so begehrter Standort. Foto: Jutta Schütz

Wittlingen - Vor der Einführung der Doppik umfasste der Wittlinger Haushaltsplan schlappe 83 Seiten, jetzt sind es 124 Seiten. „Ob die Bürger damit mehr Durchblick haben, mag ich bezweifeln“, stellte Bürgermeister Michael Herr fest. Der Finanzhaushalt 2019 sieht insbesondere eine Kreditaufnahme über 1,2 Millionen Euro für den Kauf eines größeren Grundstücks vor.

Mit der Aufnahme ist die Gemeinde dann auch nicht mehr schuldenfrei, wie sie es mehrere Jahre war. „Aber es sind rentierliche Schulden, denn wenn wir die größere freie Fläche erwerben können, lässt sich darauf Wohnbebauung planen – die Investition käme also zurück“, meinte Herr. Die Grundbesitzer hatten wohl ursprünglich vor, die Fläche an Gewerbetreibende zu verkaufen. „Wittlingen ist aber, das sehen wir ja, kein Ort für Gewerbe mit Verkaufsräumen“, bedauerte Herr. Als Wohnort sei Wittlingen aber beliebt. Mit den Grundstücksbesitzern stehe man nun in Verhandlungen.

Verbesserungsvorschläge

Abschreibungen müssen jetzt – Stichwort Generationengerechtigkeit – erwirtschaftet werden, ergänzte Verbandsrechnerin Melanie Dittmar. Auch für die Gemeinderäte ist es nicht einfach, in den neuen Haushalten „durchzublicken“ – Gemeinderat Gerhard Welzel hatte viele Fragen und machte auch Verbesserungsvorschläge für die bessere Zuordnung von Einzelposten in kommenden Haushalten.

Im Teilhaushalt I „Innere Verwaltung“ sind unter anderem 16 000 Euro für die Neuausstattung des Sitzungssaals und Archivs eingeplant. Unter der Produktgruppe „Brandschutz“ werden Erträge von 700 Euro und Aufwendungen von 34 000 Euro berechnet. Für den Straßenunterhalt sind 175 000 Euro angesetzt – „hier fließen die allgemeinen Bauarbeiten und Gehwegsarbeiten an der L 134 mit ein“, so Herr.

Im Teilhaushalt II „Allgemeine Finanzwirtschaft“ finden sich unter anderem die Gewerbesteuer, die analog zum Vorjahr mit 50 000 Euro berechnet wird, dazu die Gewerbesteuerumlage mit 10 400 Euro. Für den Anteil der Verbandsumlage der Gemeinde am Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal wurden 129 900 Euro berechnet.

Im Teilhaushalt III „Soziales, Kultur und Gestaltung“ finden sich die Produktgruppen, die Schulen, soziale Einrichtungen und Tageseinrichtungen für Kinder betreffen. Die Schulumlage steigt leicht auf 28 250 Euro. Bei der Produktgruppe „Soziale Einrichtungen/Asyl, Anschlussunterbringung“ stehen Gesamterträgen von 61 100 Euro den Aufwendungen in Höhe von 66 900 Euro gegenüber. Ein dicker Brocken sind im Rahmen der Kinderbetreuung 290 000 Euro, die an Zuschüssen für die Kita eingeplant sind.

Größte Anteile

Bei den Einnahmen im Ergebnishaushalt ist der Einkommenssteueranteil mit 44 Prozent der größte, bei den Aufwendungen sind es mit 27 Prozent die Sach- und Dienstleistungen und mit 14 Prozent die Zuweisungen und Zuschüsse an den Kindergarten.

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