Zell im Wiesental 100 Jahre im Dienste des Fußballs

Hans-Jürgen Hege

Es war ein langer Abend. Aber die vier Stunden, in denen der FC Zell 100 Jahre seiner bewegten Geschichte mit viel Spaß im Wildwest-Saloon der „Spassi“ Revue passieren ließ, vergingen dann doch wie im Flug.

Von Hans-Jürgen Hege

Zell . Schließlich war es ein Abend unter Freunden, Gönnern, aktiven und ehemals aktiven Mitgliedern und Ehrenamtlichen, die das Vorstandsteam um den Vorsitzenden Jürgen Philipp am Freitag zur Geburtstagsfeier eingeladen hatte. Und ein Abend, an dem viele Mitglieder den verdienten Lohn für ihr teilweise über Jahrzehnte andauerndes Engagement im Verein erhielten.

Unter 2G-Regeln genossen die Gäste des FC, was ihnen im offiziellen Teil, von einem Musik-Quartett zur Auflockerung sowie vom Spassi-Team für den Hunger zwischendurch serviert wurde.

Jürgen Philipp freute sich, dass so viele Gäste mit ihrem Erscheinen die Verbundenheit zum Club bestätigten.

Neben den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates war einer dieser Gäste Bürgermeister Peter Palme, der in seiner Laudatio unter anderem die Bedeutung des Fußballs für die Nation, aber auch für die Schwanenstadt heraushob und daran erinnerte, dass diese Sportart in Zell schon zehn Jahre vor der Gründung Fuß gefasst habe. 1921 war es dann auch offiziell so weit. „Der FC wurde gegründet und das ist für uns alle ein Grund zur Freude, ein Grund stolz zu sein und zu feiern“, sagte Palme.

Palme dankte den Menschen, denen das Geburtstagsfest zu verdanken war: „Männern und Frauen, die sich über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich für den Verein einsetzen und viel Freizeit dafür aufbringen.“

Die Verantwortlichen des Clubs seien in all den Jahren „immer offen für neue, innovative Ideen“ gewesen. Das sei mit ein Grund dafür, dass sich auch immer wieder tolle sportliche Erfolge einstellen.

„Der FC ist eines der sportlichen Aushängeschilder unserer Stadt. Und dafür gebührt allen Helfern und Helferinnen ganz offiziell uns aller Dank“, betonte Peter Palme, dem es sichtlich Freude bereitete, Jürgen Philipp einen kleinen Umschlag mit einem Zustupf der Stadt zu überreichen. Sehr zur Freude des FC-Vorsitzenden übrigens, der zwar vermutete, dass „der Bürgermeister fußballerisch nicht allzu viel drauf“ haben könnte – bei der Beschaffung der Flutlichtanlage aber „durchaus eine sportliche Figur abgegeben“ hatte.

Ehe Jürgen Rapp und Jürgen Käser zusammen mit ihren „Schauspielern“ Matthias Agostini, Manuel Strittmatter und Timo Martin die Chronik verbal und darstellerisch vortrugen, gratulierte Ralf Brombacher als Vertreter des Südbadischen Fußballverbandes und des Fußballbezirks Hochrhein zum 100-jährigen Jubiläum.

Brombacher rollte die Geschichte der „herrlichsten Nebensache der Welt“ auf, erinnerte daran, dass schon die Wikinger mit den Köpfen ihrer Feinde Fußball spielten und lobte ganz speziell die vorbildliche Nachwuchsarbeit und das beispielgebende Engagement des Zeller Clubs, das sich auch dafür den Ehrenbrief des südbadischen Fußballverbandes mehr als verdient habe.

Nach Grußworten der Nachbarn vom FC Hausen, die Holger Keller in der Hoffnung auf eine weiterhin gute Freundschaft beider Vereine überbrachte, und nach den Glückwünschen des Vorsitzenden des Zeller Vereinsparlaments Frank Jetzschmann schlug einmal mehr die Stunde der beiden „Schriftsteller“ des Vereins. Jürgen Käser (er verfasste die Chronik) und Jürgen Rapp (er schrieb ein Buch über die wichtigsten Menschen, die dem FC ein Gesicht gaben) zählten die Stationen auf, die der FC auf dem Weg in Jubiläumsjahr 2021 zu nehmen gezwungen war. Dabei nahmen sie auch die Zeiten nicht aus, in denen die Nazis das Vereinsleben diktierten und der Vorsitzende des FC zum Vereins“führer“ umfunktioniert wurde.

„Ihr alle seid unsere Chronik“, wandte sich FC-Vorsitzender Jürgen Philipp an die Mitglieder seines Clubs. Und aus dieser Perspektive war es dann auch zu verstehen, dass Philipp sehr viel Zeit dafür aufwandte, um zahlreiche „über Jahrzehnte sehr verdiente Mitglieder“ mit der Goldenen Vereinsehrennadel auszuzeichnen: Hans Albrecht, Peter Bährle, Eugen Berger, Klaus Busch, Walter Grether, Rainer Hettich, Wolfgang Klöcker, Ralf Korngiebel, Rainer Maier, Hermann Räuber, Bernhard Schmid, Josef Seger, Erich Umber, Michael Wagner, Manfred Weißenberger, Jürgen Wolf, Dieter Zimmermann, Luciano Accumanno, Klaus Berger, Jörn Böhler, Ulrich Elsner, Roland Fritz, Stefan Geiger, Manfred Gerig, Peter Hagen, Klaus Klinke, Dieter Mohr, Rudolf Philipp, Marc Popp, Hans-Willi Reiß, Achim Treiber, Reiner Völz, Helmut Weske, Thomas Ziemski und Bernhard Zimmermann.

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