Zell im Wiesental Auf höchstem technischen Niveau

Begeistert von den jetzt an der Zeller Montfort-Realschule (Morz) für den Unterricht verfügbaren technischen Möglichkeiten zeigte sich der Gemeinderat am Montagabend bei einer Führung durch die Schule, die im Nordflügel allerdings immer noch eine Baustelle ist. Während die modernste Digitaltechnik im bereits sanierten Südflügel ab sofort einsetzbar ist, soll die gesamte Umbaumaßnahme an der Morz bis zum Beginn des nächsten Schuljahrs abgeschlossen sein.

Zell. Die technischen Möglichkeiten, die Schülern und Lehrern jetzt an der Realschule zur Verfügung stehen, sorgten bei den Gemeinderäten durchweg für Staunen. Als die Lehrkräfte Jesko Anschütz, Sina Männer und Wiebke Zäh im Schnelldurchlauf die neuen digitalen Unterrichtsformen vorstellten, ertappte sich der ein oder andere möglicherweise sogar bei dem Gedanken, unter diesen Bedingungen gern auch noch einmal zur Schule gehen zu wollen.

Großer Bildschirm in jedem Klassenzimmer

Jedes Klassenzimmer an der Realschule verfügt nach der Sanierung über einen großen Computerbildschirm, der vom Lehrer per IPad angesteuert und genutzt werden kann. Auch die Schüler können sich mit eigenen Endgeräten – sofern unterrichtsorganisatorisch gewollt – ins Geschehen einklinken. Auf der digitalen Grundlage – die mit einer Geschwindigkeit von 500 Megabit pro Sekunde läuft – lassen sich Dokumente aufrufen und über eine spezielle App vielfältig bearbeiten, etwa indem man Markierungen anbringt, Ergänzungen einfügt oder Zusammenhänge visuell betont. Im Anschluss kann die bearbeitete Datei in Sekundenschnelle gedruckt oder verschickt werden.

Mit der neuen Technik lassen sich im Klassenzimmer auch Audio- und Video-Dateien zu vielfältigen Themenbereichen abspielen. Gerade im visuellen Medienbereich stecke viel pädagogisch gut nutzbares Potential, beispielsweise wenn es um das Heranziehen von Zeitzeugen geht, erläuterte Lehrerin Wiebke Zäh: „Und das lockert den Unterricht auch auf.“

Neu im Unterricht sind in diesem Zusammenhang auch digitale Spiele, die in die Behandlung des Unterrichtsstoffs eingewoben werden können. Diese Möglichkeit biete sich an, um den Schülern das Wiederholen von Lerninhalten schmackhaft zu machen oder um eine Unterrichtsstunde eher locker ausklingen zu lassen, so Sina Männer.

Viel Abwechslung im Unterricht

Insgesamt äußerten sich die beiden Lehrerinnen ebenso wie ihr Kollege Jesko Anschütz, der im naturwissenschaftlichen Bereich über noch mehr technische Möglichkeiten zur Unterrichtsgestaltung verfügt, fast schon euphorisch über die Ausstattung, die ihnen nun für die Unterrichtsgestaltung zur Verfügung steht. Wiebke Zäh: „Das Ganze hat eine wahnsinnige Qualität, ist auch umwelttechnisch einwandfrei, bringt viel Zeitersparnis für die Lehrer und ist für die Schüler toll, auch weil es viel Abwechslung im Unterricht mit sich bringt.“ Und wie man das Ganze weiter fortspinnen kann, machte Jesko Anschütz deutlich, indem er etwa auf die Plattform „MORZtube“ verwies, auf der im Stil von YouTube die Schüler auf eigene, von der Schule erstellte Tutorials zurückgreifen können, um Lerninhalte zu wiederholen oder zu vertiefen.

„Glücklich“ mit dem, was seiner Schule nun an technischen Möglichkeiten zur Verfügung steht, zeigte sich auch Schulleiter Norbert Asal, der aber gleichwohl den beliebten Spruch von einer Investition in die Zukunft nicht überstrapazieren wollte. „Wir sind vielmehr in der Gegenwart angekommen“, meinte der Rektor, und fügte mit Blick auf die gesamte Schullandschaft im Land nicht ohne Stolz an: „Wir spielen jetzt in der ersten Liga.“

Asal betonte, dass die Technik kein Selbstzweck, sondern pädagogisch wertvoll sei, wenn man sie sinnvoll einsetzt. Wichtig sei, dass die von der Schule fixierten, wohlüberlegten Regeln von allen eingehalten werden, etwa wenn es um den Einsatz von eigenen Schülergeräten geht. Das funktioniere nur mit Disziplin, so der Rektor. Gleichzeitig sieht er es als wichtige Aufgabe einer Bildungseinrichtung an, die Schüler im Umgang mit dem Handy zu schulen. „Die Schüler sollen lernen, mit dem Handy zu arbeiten, sie sollen erfahren, dass es nicht nur zum Zocken da ist“, sagte Asal.

Der Schulleiter verhehlte nicht, dass die digitale Welt an der Morz auch für manchen Lehrer eine neue ist, in der er sich erst zurechtfinden muss. Nicht jedem falle der Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten leicht, doch „wir nehmen alle mit“, versprach Asal.

Bürgermeister Peter Palme betonte bei dem Rundgang durch die Morz, dass Schulen heutzutage in einem ähnlichen Wettbewerb miteinander stehen würden wie Unternehmen. „Wer modern ausgestattet ist, bleibt bestehen, andere werden es schwer haben“, so der Rathauschef. Die in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in die Realschule, auch in baulicher Hinsicht, „werden sich schnell auf den Ruf unserer Schule auswirken“, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Auch Palme sieht die Morz jetzt – fußballallegorisch betrachtet – in der „Bundesliga“.

Schule spielt jetzt in der Champions League

In der der Besichtigungstour folgenden Gemeinderatssitzung setzte CDU-Fraktionssprecher Matthias Kiefer noch einen drauf, indem er der Morz „Champions League-Niveau“ bescheinigte. Was dort geschaffen wurde, bringe einen großen Mehrwert für die Schüler und steigere das Ansehen der Schule.

Auch Thomas Kaiser (SPD) bezeichnete das Gesamtprojekt als „deutliche Aufwertung der Realschule und Stärkung des Bildungsstandorts Zell“. Mit den Neuerungen bewege sich die Morz auf einem hohen Niveau.

Yannick Sprich (Bürgerforum) sagte, er habe die Realschule erst vor zehn Jahren verlassen, erkenne sie aber nun nicht mehr wieder: „Toll, was alles gemacht wurde.“ Peter Grether (Freie Wähler) war ebenfalls „begeistert von dem, was wir gesehen haben“.

Im Zusammenhang mit der Gesamtmaßnahme Schulsanierung hatte der Gemeinderat am Montag über den Teilbereich Digi-Pakt zu beschließen. Zum einen ging es darum, im Zusammenhang mit der technischen Ausstattung des Südflügels eine Eilentscheidung des Bürgermeisters (Kostenpunkt: 64 000 Euro) abzusegnen, zum anderen wurde ein Auftrag für die digitale Technik im Nordflügel über 110 000 Euro vergeben.

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