Zell im Wiesental Bergvogtei eröffnet Seniorenzentrum

Paul Berger

Kappenabend Riedichen: Rasanter „Altennachmittag“ mit Wildschweinen und Dorfreporter.

Zell-Riedichen - Wer beim angekündigten Motto „Altennachmittag“ eher an eine ruhige und gemächliche Darbietung dachte, traute am Samstagabend seinen Augen nicht. Statt betagten Senioren eroberte eine Schar junger, begeisterter Narren um Bergvögtin Nicole Seeberger die fasnächtliche Bühne.

Auch wenn Ansagerin Ronja Seeberger nicht auf ihren Krückstock verzichten mochte, das Programm des Abends sprühte indes nur so vor jugendlichem Elan und auch echt närrischer Begeisterung. Schwungvoll auf die Bühne gebracht wurde dies von den jungen Tänzerinnen der Vogtei, die, wie es sich nun einmal gehört, dafür mit kräftigem und verdienten Applaus belohnt wurden.

Aber auch sie zeigten sehr viel närrisches Gespür: Timo Philipp und Jochen Sutter, „zwei besorgte Riedicher Wildschweine“. Als solche gab es für sie in der Vergangenheit einen ziemlich reich gedeckten Tisch auf den Matten und Wiesen rund um Riedichen. Nun also soll es vorbei sein mit dem unbeschwerten Wildschweindasein. Stattdessen steht den armen Tieren – nach dem offenkundigen Urteilsspruch des Ortschaftsrates – plötzlich Ungemach ins Haus.

Doch Elke Kuttruff und Nicole Seeberger scheint dies nicht sonderlich zu berühren. Sie machten dem Publikum voller Stolz ihr nagelneues „Dorf-Senioren-Zentrum“ schmackhaft. Stets auf der Suche nach sensationellen Ereignissen und Begebenheiten in Riedichen war auch der fleißige Dorfreporter Peter Kiefer. Seiner findigen Spürnase sind, wie das närrische Publikum im Saal erfahren musste, keine noch so diskreten Geschehnisse verborgen geblieben. Mit viel Witz trieb er bei seinem gelungenen Auftritt das Stimmungsbarometer kräftig nach oben.

Stetig auf der Suche nach frischer Beute, pirschte in den Wäldern rund um Riedichen auch wieder Leopard Andreas Berger herum. Ebenfalls nicht fehlen durften die ansonsten gut trainierten und beweglichen Turnerfrauen. Dieses Mal jedoch schienen ihre Gelenke schon arg strapaziert. Dem Motto getreu humpelten sie in diesem Jahr als betagte Senioren über die Bühne.

Wie es sich nun mal gehört, bereiteten die närrischen Untertanen in Oberzell Hürus Martin vom Göttlesbrunn und dem Präsidenten der FGZ, Peter Mauthe mit Gefolge, einen gebührenden Empfang. Hürus Martin, in Riedichen längst kein Unbekannter, musste erst einmal kräftig im Butterfass der Angewiiber rühren. Zum Dank gab es für ihn und Zeremonienmeister Dominik Hierholzer einen kräftigen Schluck des bekömmlichen Getränks. Nach wie vor offen blieb indes die spannende Frage: „Weshalb hatte die Zeller Fasnet aus der Bergvogtei Riedichen noch nie einen Hürus?“

An möglichen Kandidaten jedenfalls, wie mehrere Vorschläge von Hürus Martin belegten, besteht keinesfalls Mangel. Natürlich verteilte der Regent bei seiner Visite den persönlichen Hürus-Orden. Von Peter Mauthe wurden außerdem verdiente Fasnächtler der Riedicher Zunft mit dem Zeller Fasnachts-Orden 2019 belohnt.

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