Zell im Wiesental Die Feinheiten des Alemannischen

Paul Berger
Grenzüberschreitende Mundartgeschichten präsentierten Martin Graff aus dem Elsass, die Zeller Mundartautorin Heidi Knoblich und Sänger Florian Schneider aus der Schweiz (von links). Foto: Paul Berger

Zell - Inzwischen gehört die „Stubete“ von Heidi Knoblich, wie die Erzählerin und Autorin ihre Begegnungen mit prominenten Vertretern der alemannischen Mundart beiderseits des Rheins gern bezeichnet, zum guten Ton in der Schwanenstadt. Bereits zum dritten Mal überraschte Heidi Knoblich dieses Jahr ihr begeistertes Publikum mit Liedern und Geschichten zur Weihnachtszeit.

Zahlreiche Gäste

„S´isch fascht wie bim Nikolaus“, freute sich Heidi Knoblich denn auch bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste, darunter auch viele Mundart-Liebhaber „vo äne am Rhi“. Für diesen Abend konnte sie mit dem Schweizer Theater- und Konzertsänger Florian Schneider und mit dem im Elsass beheimateten Autor, Filmemacher und Kabarettisten Martin Graff zwei weithin bekannte Mundart-Persönlichkeiten präsentieren. Deren Auftritte an diesem Abend bewegten die Zuhörer.

Verständlich, dass Bürgermeister Peter Palme, der gleichzeitig Hausherr der „guten Stube“ im Kubus ist, sich für die Zukunft weitere Veranstaltungen dieser Art in der Schwanenstadt wünscht. Schließlich gelte es, das kulturelle Erbe in Zell zu pflegen und zu erhalten. Dafür gesorgt haben neben dem Tourismusverein auch zahlreiche Sponsoren.

Wer der „Stubete“ von Heidi Knoblich folgen will, sollte, so war an diesem Abend erkennbar, mit den Eigenheiten des alemannischen Dialektes vertraut sein. Selbst für diejenigen, die diese Sprache weitgehend beherrschen, ist es nicht immer leicht, die kleinen und oftmals feinen Unterschiede, die zumeist in der Betonung oder einfach in der Aussprache liegen, zu erfassen und zu verstehen.

Trinationale Veranstaltung

Vielleicht aber liegt gerade darin der besondere Reiz einer solchen trinationalen Veranstaltung, wie sie Heidi Knoblich gemeinsam mit dem bekannten Schweizer Sänger sowie Fernseh- und Musical-Produzenten Florian Schneider und dem ebenfalls über die Landesgrenzen hinweg tätigen Filmemacher und Autor zahlreicher deutsch-französischer Kolumnen, Martin Graff aus der Nähe von Munster im Elsass, auf die Beine stellte.

Während Florian Schneider häufig seine Gitarre benutzte, um seine Lieder zu untermalen, stellte Martin Graff in seinen Erzählungen vor allem Menschen, die ihm im Leben sehr nahe standen, in den Mittelpunkt. Eine wichtige Rolle spielten dabei besonders seine „Oma Caroline“ und sein „Opa Ernest“. Doch auch die Schicksale von Migranten oder „Mauern“, die heute noch Länder und Menschen trennen, lassen Martin Graff nicht ungerührt. Einen Schuss Ironie konnte sich Graff jedoch nicht verkneifen, als er die Mächtigen dieser Welt aufs Korn nahm.

Humorvoll und amüsant gab sich Florian Schneider mit seinen Liedvorträgen „I wet heim“ oder „Lullabei“, in denen sein typisch Baselbieter Dialekt zum Ausdruck kam. Gleiches galt für die Zugabe „Schöchli mache“.

Den Zuhörern zu Herzen gingen auch die von Heidi Knoblich erzählten Weihnachtsgeschichten, wie die Erzählung von „Anke-Marei“ und „Anke-Salomon“, die auf ihrem Heimweg über den verschneiten Berg im Feldberger Hof übernachtet haben. Mit ihren Schilderungen über sagenumwobene Bräuche sowie Geschichten, bei denen das Weihnachtsfest im Mittelpunkt steht, verstand es Heidi Knoblich, ihre Zuhörer zu begeistern und zu fesseln.

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