Zell im Wiesental Disziplin ist gut bis sehr gut

Im Zeller Rathaus finden derzeit aufgrund der Corona-Krise keine Gemeinderatssitzungen statt. Foto: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

Eine sehr gute Disziplin bei der Einhaltung der vorgeschrieben Regeln im Zuge der Corona-Pandemie hat Zells Bürgermeister Peter Palme in der Bevölkerung registriert. Auch Schönaus Rathauschef Peter Schelshorn ist im Großen und Ganzen zufrieden mit der Haltung seiner Bürger, ebenso wie sein Todtnauer Kollege Andreas Wießner.

Von Peter Schwendele

Zell/Oberes Wiesental. „Es gab keine Verstöße gegen die Vorgaben, sich nicht zu versammeln, wir mussten nichts beanstanden in den letzten Tagen“, berichtet Zells Bürgermeister, der selbst viel unterwegs ist, um zu kontrollieren, ob die Vorgaben eingehalten werden.

„Zeller halte zämme“

Aufgrund von vielen Anfragen aus der lokalen Wirtschaft weist die Stadt die Gewerbetreibenden auf ein staatliches Soforthilfeprogramm hin (www.bw-soforthilfe.de). Des Weiteren greift man in Zell eine, so Peter Palme, „tolle Idee“ der Nachbarstadt Schopfheim auf und bietet den Gewerbetreibenden die Möglichkeit, sich unter dem Motto „Zeller halte zämme“ einer gemeinsamen Initiative anzuschließen. Es soll eine Kommunikationsplattform entstehen, über die man die Kunden über mögliche Alternativen wie Online-Handel oder Lieferdienste während der Corona-Maßnahmen informieren kann. Die Stadtverwaltung wird eine Übersichtsliste aller Gewerbetreibenden erstellen und kommunizieren.

In einem weiteren Schreiben wendet sich die Stadt Zell an die Vermieter, weist diese darauf hin, dass sich derzeit viele Mieter in einer finanziellen Notlage befinden und appelliert an sie, Vereinbarungen zu Stundung, Verschiebung oder Aussetzung von Mieten zu treffen. „Wir rufen hiermit zu einem eindeutigen Zeichen der Solidarität auf und bitten Sie inständig, die positive Innenstadtentwicklung der Stadt Zell und deren Gemeinden zu unterstützen“, heißt es in dem Schreiben.

Das lokalpolitische Geschehen kommt derweil nicht ganz zum Erliegen, auch wenn die geplante Gemeinderatssitzung im März abgesagt wurde. Der Bürgermeister meint zu der Absage: „Ich kann den Bürgern nicht vermitteln, dass sie sich höchstens zu zweit auf der Straße treffen dürfen, und gleichzeitig eine Gemeinderatssitzung einberufen.“ Die nächste Sitzung (frühestens am 22. April) werde, wenn überhaupt, nur als „Notsitzung“ mit einer „minimalisierten“ Tagesordnung stattfinden. Gleichwohl müsse man politisch handlungsfähig bleiben, weshalb der Bürgermeister wichtige Dinge per Eilentscheidung regelt, ein Instrument, das Palme jedoch nur in kleiner Dosierung nutzen will. Geprüft werde derzeit, ob man bestimmte Dinge im Gemeinderat auf dem sogenannten Umlaufverfahren, das in der Gemeindeordnung verankert ist, regeln könnte.

Froh ist Palme, dass die wichtigen Baumaßnahmen der Stadt – der Umbau der Sprachheilschule zum Kindergarten und die Sanierung der Realschule – bisher reibungslos, wenn auch unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen, weiterlaufen.

Neuerliche Fälle von Corona-Erkrankten seien in den vergangenen Tagen in Zell nicht dazugekommen, berichtet der Bürgermeister. Dafür gebe es erste Fälle, bei denen eine Heilung bestätigt worden sei.

Die Lage in Schönau

Schönaus Rathauschef Peter Schelshorn äußert sich ebenfalls grundsätzlich positiv über die Disziplin der Bürger in Schönau und im Gemeindeverwaltungsverband. Anders als sein Zeller Amtskollege beklagt er aber auch einige „Ausreißer“. Es gebe ein paar „Unverbesserliche“, die sich im öffentlichen Raum getroffen hätten, hat Schelshorn, der auch viel persönlich kontrolliert, feststellen müssen. In einem Fall hätten sich sogar einige Personen unerlaubterweise auf dem Sportgelände im Buchenbrand zusammengefunden. Die Verwaltung und die Polizei, die verstärkt auf Streife unterwegs ist, seien dankbar für Hinweise auf Verstöße gegen die aktuell gültigen Vorgaben, so Schelshorn.

Auch Schönaus Bürgermeister musste aufgrund der Absage von kommunalpolitischen Sitzungen einige Eilentscheidungen treffen, zuletzt im Hinblick auf Bausachen und die Bildung des Wahlausschusses für die im Juli anstehende Bürgermeisterwahl. „Wir müssen auch hier Vorbild sein und die Sitzungen herunterfahren“, sagt Schelshorn. Wie es konkret weitergehen wird im politischen Leben im Gemeindeverwaltungsverband Schönau werde derzeit diskutiert. Auch der Bau der neuen Mehrzweckhalle soll weiter vorangehen.

In Sachen Corona-Erkrankungen berichtet der Bürgermeister, dass es jetzt auch im hinteren Bereich des oberen Wiesentals die ersten positiv getesteten Personen gibt.

Die Lage in Todtnau

Von einem jüngst gemeldeten Erkrankungsfall in Todtnau weiß auch Andreas Wießner, Bürgermeister der Stadt. Stolz zeigt er sich über die Disziplin, die die Todtnauer Bürger an den Tag legen: „Mittlerweile ist jedem die Bedeutung der anberaumten Maßnahmen bewusst geworden.“ Wießner freut sich auch über die angelaufenen Hilfsaktivitäten von Vereinen und Gruppierungen in Todtnau.

Eilentscheidungen musste Todtnaus Rathauschef bisher noch nicht treffen. Die Themen der jüngst ausgefallenen Gemeinderatssitzung würden gerade für ein Umlaufverfahren aufbereitet. Stand jetzt soll die nächste Gemeinderatssitzung am 22. April stattfinden; in den nächsten Tagen werde man sehen, ob dieser Termin haltbar sei, so Andreas Wießner.

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