Zell (ue). Zum sechsten Mal lud die Stadt junge Mundart-Autoren zum „Gerhard-Jung-Wettbewerb“ ein. Sie erinnere damit an den vor 20 Jahren verstorbenen Ehrenbürger und Heimatdichter Gerhard Jung, betonte Bürgermeister Peter Palme bei der gut besuchten Preisverleihung im Pfarrheim. Jungs vielfältiges Schaffen galt neben der Pflege von Brauchtum und Kultur vor allem dem Erhalt der Alemannischen Mundart.

Junge Menschen für die Mundart zu begeistern, lag dem Heimatdichter am Herzen. „Sin liebschde Wunsch“, so bekräftigte sein Sohn Markus Manfred Jung, selbst ein bekannter Mundart-Autor.

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Der ausdrückliche Dank von Bürgermeister Peter Palme galt den zahlreichen Teilnehmern am Wettbewerb, den Sponsoren, der Muettersprochgesellschaft und den Juroren.

Christoph Greiner, Vorsitzender der Trachtengruppe Zell, erinnerte an die engen Beziehungen Gerhard Jungs zum Verein und würdigte die „großartigen literarischen Schätze“, die der Autor seiner Heimatstadt hinterlassen habe. Mit seinen humorvollen Kostproben aus Jungs literarischem Schaffen ließ Greiner tief in die Seele des Dichters blicken.

Einen ansprechenden folkloristischen Rahmen bei der Preisverleihung lieferte mit Tänzen von Gerhard Jung auch die Kindertrachtengruppe mit ihren Leiterinnen Andrea Hornburg und Stefanie Waßmer. Preise an Schulklassen

Ihre poetischen Begabungen bewiesen zahlreiche Schulklassen. Über den ersten Preis freuen durfte sich eine Schülerin der Klasse 5e der Montfort-Realschule Zell für ihren gelungenen Vortrag „En Dag als Hund“ sowie zwei ihrer Klassenkameraden, die ebenfalls in alemannischer Mundart „A Dag uff em Burehof“ lebendig beschrieben. Einen Anerkennungspreis gab es für die 10 b der MORZ von Klassenlehrer Timo Weber-Blaser.

Ebenfalls Anerkennungspreise verdienten sich die KLassen 5b, 6c und 7c sowie der 5f vom THG in Schopfheim, begleitet von den Lehrern Thilo Kuschel-Lauber und Markus Manfred Jung, mit ihren Vorträgen, „Wanderer“.

Recht viel Mühe gaben sich auch die Grundschüler aus Wiechs mit Schulleiterin Rosmarie Jäkel. Ihr selbst kreierter Kalender fand ebenfalls viel Beifall.

Weitere Anerkennungspreise überreichte Bürgermeister Peter Palme an die Klassen drei und vier der Grundschule Gresgen mit ihrer Lehrerin Kathrin Tauschinger sowie an die Klasse 3b der Gerhard-Jung-Schule Zell von Regina Jung-Motarelli und die Klasse 2a von Maria Böhme.

Der Wettbewerb fördert nicht nur junge Talente , sondern bringt den Zuhörern auch die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten und Formen der alemannischen Mundart näher. Einzelpreise

Hervorragend gelang dies der jungen Freiburgerin Kathrin Ruesch. Sie überzeugte die Jury mit ihren dichterischen Vorträgen „Lektion I und II“ sowie „Schneeglöggle“ und „Du“ in der Sparte Lyrik und geann damit den ersten Preis. Erfolgreich war sie auch mit ihrem Text „Was isch widd“, für den sie sich in der Sparte Prosa ebenfalls den ersten Preis sicherte.

Den ersten Preis für ihr ins Szene gesetztes Spiel durfte Sandhya Hasswani aus Herrischried für ihre Vorführung, „Heb Sorg uff dini Sproch“ nach Hause nehmen.

Zum Teil recht unterschiedliche Dialektfärbungen zeigten die Vorträge von Patrik Knothe aus Mühlhausen-Ehingen (zweiter Preis Lyrik) sowie von Catharina Müller aus Efringen-Kirchen (dritter Preis Lyrik) und von Philipp Spiesser aus Allensbach (ebenfalls dritter Preis Lyrik). Gleichfalls einen dritten Preis (Szene und Spiel ) verdiente sich Benjamin Glunk aus Bräunlingen mit dem Stück „Links schaffä“. Anerkennungspreise gab es für Oliver Schmidt aus Hausen (Lyrik) sowie Moritz Müller aus Oberkirch (Prosa) für ihre Mundartvorträge.