Zell im Wiesental Douglasie ersetzt die Fichte

Die SPD informierte sich über die Situation im Forst. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Zell. Der kommunalpolitische Ausschuss der SPD nutzte den „Tag des Waldes“ für eine ausgiebige Waldbegehung mit Revierförster Winfried Herden.

Der Wald dürfe nicht vorrangig als Wirtschaftsgut, das Erträge bringt, gesehen werden, sondern als unverzichtbar für das Klima und als Erholungsfaktor, resümierte Herden. 2019 sei bereits das zweite Jahr mit extremer Trockenheit und Hitze hintereinander und der Klimawandel führe zu großen Schäden im Wald. Trockenheit und Schädlinge setzten den Bäumen stark zu.

Am stärksten von Trockenheit und Käfern betroffen sei der Fichtenbestand. Wenn die Fichte vom Borkenkäfer befallen ist, dann sei das ihr Todesurteil, so Herden. Insbesondere an den Südhängen sieht man die Schäden an der Fichte. Statt der Fichte, werde nun verstärkt die Douglasie angepflanzt, die aus Nordamerika kommt und sich als resistenter gegen Trockenheit und Hitze erweise. Des weiteren habe man für die Douglasie gute Absatzmärkte, was im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Waldes durchaus von Bedeutung sei.

Herden wies darauf hin, dass der Wald ein langfristiges Projekt sei, da man immer erst nach Jahren und Jahrzehnten sehen könne, wie die Bäume auf geänderte klimatische Bedingungen reagieren. Die Prognose der forstlichen Versuchsanstalt für den Zeller Stadtwald ist, dass es bis zum Jahr 2050 kaum mehr geeignete Standorte für die Fichte gibt.

Als großes Problem nannte Herden, dass in Europa derzeit sehr viel Holz auf den Markt komme, da alle Länder gleich gelagerte Probleme hätten. Der Holzpreis sei im Keller.

Herden erläuterte die enorme Bedeutung des Waldes als CO2-Speicher. Eine Fichte beispielsweise entzieht im Laufe ihres hundertjährigen Lebens der Atmosphäre fast zwei Tonnen CO2. Verrottet oder verbrennt die Fichte, wird das Kohlendioxid wieder freigesetzt. In einem nachhaltig bewirtschafteten Wald tritt an die Stelle der natürlichen Zersetzung die Holznutzung zum Bauen und Wohnen. Damit verlängert sich die Speicherwirkung des CO2 über die Lebensdauer der Bäume hinaus. Diese Form der nachhaltigen Holznutzung wird vom Forst in Baden-Württemberg praktiziert und hilft, den CO2-Anstieg in der Atmosphäre zu bremsen.

Fraktionsvorsitzender Thomas Kaiser wies darauf hin, dass man die Veränderungen im Stadtwald auch bei den anstehenden Haushaltsberatungen berücksichtigen müsse und bedankte sich bei Winfried Herden für sein Engagement.

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