Zell im Wiesental Ein 20er als „Spritgeld“ obendrauf

Hans-Jürgen Hege
Viele Kunden unterstützten die Sammler des Tafelladens mit Lebensmittelspenden. Foto: Hans-Jürgen Hege

„Do hänn ihr öbbis“: Mit diesen Worten griff ein Kunde des Schmidt-Marktes in seinen vollen Einkaufswagen und packte vieles von dem wieder aus, was er im Markt zuvor eingeladen hatte.

Von Hans-Jürgen Hege

Zell . Mindestens die Hälfte seines Einkaufs landete schließlich auf dem Tisch des Tafelladen-Teams, das am Samstag „haltbare Lebensmittel“ einsammelte, um diese dann im Schopfheimer Tafelladen an Bedürftige zu niedrigen Preisen verkaufen zu können.

Nicht alle, aber viele Kunden beteiligten sich an der Aktion, bei der Tobias Hohlfeldt, Silvia Kiefer, Erlgard Post und Kris Volker vor dem Einkaufsmarkt Lebensmittel für anspruchsberechtigte Menschen zwischen Schopfheim, Maulburg und Todtnau sowie dem Kleinen Wiesental sammelten – überwiegend Familien, alte und alleinstehende Menschen. Vor allem haltbare Lebensmittel wie Teigwaren, Mehl, Zucker, Salz, Öl, Backzutaten, Tee, Kakao, H-Milch, Schokolade oder Konserven sowie Drogeriewaren (Seife, Shampoo, Duschgel, Körperlotion) sind begehrt.

Es scheint schwieriger zu werden, an Lebensmittel- und Geldspenden zu kommen, auch wenn Burkhard Weiss, der das Tafel-Quintett komplettierte, betonte, auf wie viel Gegenliebe sie bei ihren Sammelaktionen stoßen.

Wie zum Beweis dafür steuerten eine Frau und ein weiterer Mann aus ihrem zuvor fast vollen Einkaufswagen Spenden für die Tafel bei und packten sogar noch einen Zwanzig-Euro-Schein „als Spritgeld“ dazu. Auch ein junger Mann plünderte seine Einkaufstüte, als er mitbekommen hatte, dass im Tafelladen in Schopfheim viele leere Regale zu füllen seien.

Warum es dort Lücken gibt, erklärte Kris Volker einer der beiden Ladenleiter: „In den vergangenen zwei bis drei Monaten hat sich die Zahl unsere Kunden von vorher 300 auf 600 verdoppelt. Und die Tendenz ist weiter steigend.“

Nicht zuletzt deshalb freue er und sein Team sich, dass die SMV des Schopfheimer Gymnasiums einen Sponsorenlauf plant, von dem die Tafel profitieren soll. „Es ist sehr ermutigend, dass auch junge Menschen bereit sind, sich für bedürftige Mitbürger übers normale Maß hinaus zu engagieren“, sagte Volker.

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