Zell im Wiesental Ein Blick hinter die Kulissen

Autorin Eva Werdich bereitete den Dreh in Utzenfeld vor. Auf dem Kontrollmonitor der Kamera überwacht sie die Aufnahmen. Foto: Rolf Rombach Foto: Markgräfler Tagblatt

Von Rolf Rombach

Dokumentationen und Wissenssendungen sind weiterhin im Trend im TV und Internet. Welcher Aufwand bei der Produktion dahinter steckt, konnte Spunk exklusiv im Wald von Utzenfeld erfahren. Für die ZDF-Wissenssendung „PUR+“ drehte ein Filmteam um die gebürtige Göppinger Autorin Eva Werdich zusammen mit Moderator Eric Mayer im Wald. Spunk-Reporter Rolf Rombach schaute ihnen dabei über die Schulter und erkundigte sich bei Eva Werdich, wie man überhaupt zum Fernsehen kommt.

Der Drehtag im Wald von Utzenfeld beginnt für einen Teil des Teams bereits kurz nach acht Uhr. Der genaue Drehort wird gesucht und die ersten Vorbereitungen laufen. Moderator Eric Mayer wird gegen elf Uhr am Freiburger Hauptbahnhof erwartet. Zur Abwechslung weiß er nichts vom Thema der zu drehenden Sendung. Es geht um „Erste Hilfe“. Wie im täglichen Leben wird er mit einer Situation konfrontiert, die er spontan – ohne Vorbereitung - zu bewältigen hat. Begleitet von Kameras. Nach diesem überraschenden Auftakt gibt es dann eine Nachbesprechung mit dem Team des Vereins „Outdoorschule Süd“, das im Wald von Utzenfeld ein Outdoorcamp für Familien anbietet. Im Anschluss werden die weiteren Teile der Sendung aufgenommen. Eric Meyer zeigt hier seine Klasse und spricht die Texte ein – ohne große Vorbereitung und fast ohne Haspler. Die Einleitung des Zwischenfilms, das Resümee des Moderators und die Abmoderation. Am 17. Juni wird die Sendung ab 19.25 Uhr im KiKA zu sehen sein.

Dann wird berichtet was Kinder, Jugendliche und ihre Eltern lernen, um im Notfall gut vorbereitet zu sein. Neben dem Drehtag mit Eric Mayer, der bis in den frühen Abend dauert, kommen noch zwei Drehtage mit den Kindern und Jugendlichen. Die Abläufe hierzu wurden vom Team der Outdoorschule und Eva Werdich seit einigen Wochen geplant. „In dem Fall kam von der ,PUR+’-Redaktion bereits der Kontakt und ein grobes Skript“, erläutert Eva die Vorbereitung. Somit musste sie weniger zum Thema recherchieren.

Diese Tätigkeit übernimmt sie mit ihrer Kollegin Frauke Siebold sonst ebenfalls selbst, was je nach Thema einige Tage bis Wochen dauern kann. Die beiden Frauen haben sich 2004 in Hamburg selbständig gemacht. „Wir wollen uns Geschichten überlegen und schauen dann, wo wir sie unterbringen.“ Vor ihrem Volontariat beim Fernsehen hat Eva Grundschullehramt studiert, Frauke Kulturwissenschaften. „Als Lehrerin war mein Ziel ja auch die Wissensvermittlung. Ich habe nur das Medium gewechselt“, lacht Eva.

Ihr „PUR+“-Beitrag „Verpackt und Zugemüllt“ war im vergangenen Jahr sogar für den Grimme-Preis in der Kategorie „Kinder und Jugend“ nominiert. Die Herausforderung auf diesem Gebiet: Themen, die fachwissenschaftlich korrekt sein müssen, kindgerecht aufzubereiten.

Ist alles aufgenommen, kommt die sehr aufwändige Nachbereitung, Postproduktion genannt. Mehrere Stunden Material müssen gesichtet werden, bevor die Auswahl möglichst spannend zusammengesetzt wird. Dazu kommen Töne, Musik und der Text zu den Bildern. Passt alles, geht es zur Redakteurin des ZDF, die das abnimmt. Eric Mayer gibt ebenfalls letzte Vorschläge, passt den Erzähltext an und spricht ihn ein. Doch damit ist die Sendung für Eva Werdich noch nicht ganz fertig. Zum Schluss kommt der Papierkram, da die Musikrechte für die akustische Untermalung und Einverständniserklärungen der Darsteller ebenfalls eingeholt und dokumentiert werden müssen. So kommt das Autorenteam auf fünf bis sechs Produktionen für „PUR+“ im Jahr.

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