Zell im Wiesental Ergreifende Weihnachtserlebnisse

Markgräfler Tagblatt
Mit Liedern und Geschichten zur Weihnachtszeit sorgten Heidi Knoblich und die Erzähler René Egles (Mitte) und Markus Ramseier im Zeller Ratssaal für eine beschauliche und festliche Stimmung. Foto: Paul Berger Foto: Markgräfler Tagblatt

Weihnachten naht oder, wie der Alemanne so schön zu sagen pflegt, „d´Wiinacht stoht vor de Tür“. Für die Menschen ist es jedenfalls die Gelegenheit, „für e paar Stunde d´Zit az`halte“, auch wenn der stressige Alltag dies meist kaum zulassen will.

Von Paul Berger

Zell. Für Heidi Knoblich, nicht nur in ihrem Heimatstädtchen Zell sondern seit Jahren auch in der Region bekannt als Moderatorin und Autorin, war es am Samstagabend eine Herzensangelegenheit, auf das bevorstehende Fest hinzuweisen. Dazu eingeladen hatte sie in denfestlich geschmückten Ratssaal im Kubus den Erzähler und Liedermacher René Egles aus Pfulgriesheim bei Straßburg und den Schweizer Autor Markus Ramseier aus Pratteln. Und viele Zuhörer wollten die „Lieder und Geschichten zur Weihnachtszeit“ mit ihnen teilen.

Zells Bürgermeister Peter Palme hatte sie in Versform begrüßt. Als Hausherr der Veranstaltung, zu der die Stadt Zell gemeinsam mit dem Tourismusverein eingeladen hatte, lobte er Heidi Knoblichs vielseitiges Bemühen, die Erinnerungen an die in der Schwanenstadt geborene Ehefrau von Wolfgang Amadeus Mozart, Constanze Weber, als Erbe zu pflegen und lebendig zu erhalten.

Mit dem elsässischen Erzähler und Liedermacher Rene Egles und dem Schweizer Autor und Erzähler Markus Ramseier gelang es Heidi Knoblich, gleich zwei Vertreter der alemannischen Mundart von jenseits des Rheins und der Landesgrenzen zu gewinnen. Was die spannenden Geschichten und Erzählungen für die Zuhörer im voll besetzten Saal besonders lebendig machte, waren neben den dialektischen Eigenheiten auch die von den Autoren geschilderten persönlichen Empfindungen sowie deren eigene Sichtweisen auf Begebenheiten, die sie erlebt haben.

Von einem ergreifenden Weihnachtserlebnis, das sich tief in seine Erinnerung eingegraben hat, erzählte René Egles. Man schrieb das Jahr 1960. Damals während des Algerienkrieges verbrachte er als junger Soldat Heiligabend alleine auf einem Wachturm. Um ihn herum nur dunkle Nacht. Hie und da hörte er die Laute der umherschleichenden Schakale. Über ihm funkelte der klare Sternenhimmel; seine Gedanken waren bei seiner Familie in der fernen Heimat. Als er seine Mundharmonika hervorholte, um auf ihr das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ zu spielen, verstummten sogar die Schakale, deren Augen er deutlich im Scheinwerferlicht erkannte. Was ihm bis zur Wachablösung blieb, war eine absolut stille und friedliche Nacht.

Spannend waren auch die von Markus Ramseier erzählten Geschichten. Da war zum einen der Schokihase, den er ein Jahr später unter Holzscheiten entdeckte. Ebenso spannend wie lustig berichtete er aus Sicht des Prattler Esels „Nilo“ von dessen seltsamen Erlebnissen. Den gespannt lauschenden Zuhörern verriet er auch, dass Weihnachten für ihn mit friedlicher Natur sowie mit Wald und Dunkelheit in enger Beziehung steht.

In Erinnerung gebracht wurden an diesem Abend auch alte Bräuche aus früherer Zeiten. Eine Weihnachtsgeschichte, vorgelesen von Heidi Knoblich aus ihrem Buch, fand ebenso die Aufmerksamkeit der Besucher, wie die von ihr gelüfteten Backgeheimnisse für Springerle, meist auch bekannt als Tirggel. Gleiches gilt auch für die in der Weihnachtszeit beliebte Linzer Torte. Mit der Stadt Linz in Österreich hat dieses Gebäck, wie Knoblich verriet, jedoch wenig zu tun.

Umfrage

Altkanzler Gerhard Schröder

Was halten Sie davon, dass Alt-Kanzler Gerhard Schröder SPD-Mitglied bleiben darf?

Ergebnis anzeigen
loading