Zell im Wiesental Großer weißer Fleck verschwindet

Landschaftspflege auch in schwierigem Terrain ist Aufgabe des Landschaftserhaltungsverbands.Symbolfoto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

Bisher zierte die Karte der Mitgliedsgemeinden des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) im Landkreis Lörrach ein großer weißer Fleck, ab 2021 wird sich das aber ändern.

Von Hans-Jürgen Hege

Zell. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag in der Stadthalle, dem Verband zum nächstmöglichen Termin beizutreten. 2012 war der Beitritt gescheitert, weil die Stadträte unter anderem davon ausgingen, dass die Mitgliedschaft im Biosphärengebiet genüge, um an mögliche Fördertöpfe zu gelangen. Dem war aber nicht so, wie das Gremium inzwischen feststellte. Und so gab es kaum Diskussionen über den Beitritt, den LEV-Geschäftsführerin Simona Moosmann mit einleuchtenden Argumenten schmackhaft machte.

Ihr Verband sei keine Behörde, sondern ein Verein, der quasi eine Art Puffer zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und den Landwirten im Kreis fungiere, betonte Moosmann und verwies darauf, dass dem LEV aktuell 30 Gemeinden und 17 Verbände sowie einige Privatpersonen angehören. Arbeitsschwerpunkte seien alle Arten der Landschaftspflege auch oder gerade in schwierigem Terrain mit seinen Neophyten und Problempflanzen, die den Landwirten das Arbeitsleben schwer machen. Der LEV widme seine Arbeit Bereichen mit Obstwiesen, magerem Grünland sowie Feuchtgrünland, lote aus, welche Fördermittel in Frage kommen könnten, helfe bei Anträgen oder stelle die gleich selbst für seine Klientel und unterstütze seine Mitglieder im Bemühen, den Einklang von Natur und Landschaft herzustellen, die Kulturlandschaften offen zu halten und zu erhalten und dabei ein Auge auf die besondere Rolle der biologischen Vielfalt zu haben. All dem wollten sich die Gemeinderäte nicht verschließen, auch wenn die Stadt den Mitgliedsbeitrag von insgesamt 880 Euro pro Jahr aufbringen muss. Ausnahmslos votierten sie für den Vorschlag der Verwaltung, dem LEV schnellstmöglich beizutreten.

Die Zustimmung erleichtert dürfen ein paar Zahlen haben, die von Simona Moosmann vorgetragen worden waren: 2019 habe der LEV 333 Landschaftspflegeverträge verwaltet und dafür gesorgt, dass etwas mehr als eine Million Euro an Fördermittel an die Mitgliederausbezahlt worden sind. Und Moosmann versicherte, dass mitunter auch dort Mittel zur Verfügung gestellt wurden, „wo keine andere Fördermöglichkeit griff.“ Peter Eichin (SPD) fand, dass die Offenhaltung der Landschaft „für uns ganz wichtig“ und deshalb die 880 Euro unbedingt wert sei.

Dem pflichteten die Fraktionen der CDU und der FWV bei, die bekundeten, dass sie sich „mit der vorgetragenen Argumentation durchaus anfreunden“ können. Schließlich unterstützte auch Klaus Wetzel den Beitritt im Namen des Landschaftspflegevereins den Vorstoß der Verwaltung, die, so Bürgermeister Peter Palme, die Ausgaben der Stadt „als sinnvolle Investition“ bezeichnete, „zumal in dem Gebiet mit 240 Hektar Almendflächen ganz schwierig zu bewirtschaftende Bereiche dabei sind, auf denen die Arbeit „möglicherweise künftig mit Unterstützung des LEV etwas einfacher“ ausfallen werde.

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