Zell im Wiesental Klamme Kassen machen das Leben schwer

Karlheinz Keller, Peter Palme und Gerhard Zickenheiner (von links) besprechen die Lage der Stadt Zell. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Zell. Von Bürgermeister Peter Palme und Fachbereichsleiter für Wirtschaft und Bildung, Karlheinz Keller, ließ sich der Grünen-Bundestagsabgeordnete Gerhard Zickenheiner kürzlich einen Überblick über die Stadt Zell vermitteln. Zickenheiner ist mit seiner Frau jüngst nach Adelsberg-Blauen gezogen.

Neben den Sorgen, die auf den Schwarzwaldstädtlein lasten – wie die sich rapide verschlechternde Ärzteversorgung und zunehmende Probleme mit Kriminalität und Drogendelikten durch Jugendliche – seien es vor allem die in Zell traditionell klammen Kassen, die der Verwaltung das Leben schwer machten, heißt es in einer Pressemitteilung Zickenheiners.

Seit dem Niedergang der Textilindustrie in den 1970er Jahren habe sich die Stadt Zell nie wirklich erholen können. Die Wahrnehmung von Förderprogrammen sei beispielsweise oft nicht möglich, da die zehn Prozent Eigenbeteiligung nicht gestemmt werden könnten, erläuterte Karlheinz Keller.

Bürgermeister Peter Palme ergänzte: „Auch die große Gemeindefläche pro Kopf und der damit auch sehr große Straßenanteil und die Infrastrukturkosten verhindern ein wirtschaftliches Gesunden.“

Vor allem die wachsenden Ungleichheiten zwischen städtischen und ländlichen Räumen sieht Zickenheiner als Problem: „Wer wirklich gleichwertige Lebensräume in ländlichen Räumen wie in Städten will, der muss auch bei den Kommunen ansetzen. Gegenwärtig vergrößern sich die qualitativen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land.“ Auch hierin sieht Zickenheiner einen Grund für die kommende Unterversorgung mit Hausärzten.

Gleichzeitig sei Zell an vielen Stellen mustergültig aufgestellt, profitiere von zunehmend genutzten Nahwärmenetzen und wolle sich im Gebiet zwischen Schule, Kirchstraße und Bahn durch eine aufwendige Innenstadtsanierung weiterentwickeln. „Das ist dem teilweise hochwertigen Gebäudebestand auch angemessen und wird Zell aufwerten“, so Zickenheiner.

Nach einer Besichtigung der Großbaustelle an der Montfort-Realschule war Zickenheiner sichtlich beeindruckt von den vielen Aktivitäten, um trotz schwieriger Verhältnisse aus Zell eine immer bessere kleine Stadt zu machen. „Ich bin gerne hier, ich schätze Zell, seine Gastronomie und seine Einkaufsmöglichkeiten, und die Ruhe in Blauen ist für mich willkommener Ausgleich zu Berlin“, sagte der Grünen-Abgeordnete.

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