Zell im Wiesental Pilzbefall bei der Bernhardshütte

Die Bernhardshütte wird seit einiger Zeit landwirtschaftlich genutzt. Allerdings ist der Wohnbereich vom deutschen Hausschwamm befallen. Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

Grünes Licht für eine Bauvoranfrage bei der Bernhardshütte auf dem Blauen erteilte der Zeller Gemeinderat am Montag. Der Eigentümer hatte vergangenen Sommer feststellen müssen, dass der Wohnteil des Gebäudekomplexes vom deutschen Hausschwamm befallen ist. „Es läuft auf einen Abriss und einen Neubau hinaus“, sagte Gerhard Zickenheiner auf Anfrage.

Von Peter Schwendele

Zell-Adelsberg. Vor eineinhalb Jahren hatten der Grünen-Bundestagsabgeordnete und seine Frau das Anwesen oberhalb Adelsbergs gekauft, seit neun Monaten wohnen sie darin. Doch kurz nach dem Einzug musste das Paar einen schweren Rückschlag verkraften: Urplötzlich machte sich in den bewohnten Räumen der Pilzbefall bemerkbar. „Wir hatten gerade umgebaut und waren eingezogen, da begann der Pilz durchzuquellen“, erinnert sich Zickenheiner an die Konfrontation mit dem deutschen Hausschwamm, der vor Jahren bereits im alten Rathaus in Mambach zutage trat und schließlich für den Abbruch des Gebäudes sorgte. Dieser Pilz wächst gerne im Verborgenen und wird deshalb oft lange nicht bemerkt.

Die Eigentümer rückten dem Hausschwamm zu Leibe und drängten ihn zurück. Die Frage sei nun, ob das Gewächs, das insbesondere Holz so zersetzen kann, dass die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet ist, zurückkehrt, wenn es wärmer wird, so Zickenheiner. Sollte der Pilz nicht sofort wieder ausbrechen, will er das Gebäude zunächst einmal so weiterbewohnen wie bisher und erst später baulich aktiv werden.

Grundsätzlich reagieren wollen die Eigentümer durchaus auf die missliche Situation. „Deshalb war es wichtig für uns, jetzt abzuklären, ob ein Abriss prinzipiell befürwortet wird“, sagt Zickenheiner. Der im Raum stehende Neubau ist schmäler und kürzer als der befallene Wohnteil, hat ein steileres Satteldach und ein ausgebautes Dachgeschoss.

Um die Thematik entspann sich im Gemeinderat eine Debatte, weil der Adelsberger Ortschaftsrat zuvor dem Antrag nicht zugestimmt hatte, in erster Linie, weil das zugrundeliegende Gutachten dem Gremium zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht zur Verfügung gestanden hatte. Diesen Umstand kritisierte insbesondere Christoph Freuschle, CDU-Gemeinderat und Adelsberger Ortschaftsrat. Sein Appell an die Verwaltung: Die offiziellen Wege müssen eingehalten werden, es sei nicht die Aufgabe von Mandatsträgern, Informationen hinterher zu laufen.

Verständnis für die Situation der Eigentümer des Gebäudes brachten Erwin Vollmer (SPD) und Einar Decker (FW) zum Ausdruck, und der Gemeinderat stimmte der Bauvoranfrage bei zwei Enthaltungen zu.

Wie Gerhard Zickenheiner weiter mitteilte, läuft die angekündigte Ziegenhaltung bereits seit dem vergangenen Sommer, aufgrund seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter allerdings in abgespeckter Form. 17 Ziegen und zwei Schafe hält das Ehepaar derzeit auf dem Blauen, und die Vierbeiner sind auch bereits für die Weidegemeinschaft Mambach auf dortigen Flächen aktiv geworden. „Saisonal können es noch mehr Tiere werden“, kündigt Zickenheiner an.

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