Zell im Wiesental „Rein gar nichts ändert sich“

Zell-Gresgen / Zell-Adelsberg - Klaus Berger, Vorsitzender des Kommunal-Politischen Ausschusses der SPD Zell / Oberes Wiesental, freute sich sehr, dass er eine größere Anzahl an Interessierten Bürgern in Gresgen begrüßen durfte.

Ortsvorsteher Peter Eichin übernahm es, die aktuelle Situation in Gresgen vorzustellen und aufzuzeigen, wo der Schuh drückt.

Im Großen und Ganzen sei man in Gresgen zufrieden, so sei die Instandsetzung der Wickestraße sehr wichtig gewesen. Trotzdem wies er darauf hin, dass die Verbindungsstraße nach Hausen dringend sanierungsbedürftig sei.

Unterstützung bekam er von Erwin Vollmer, der auf den schlechten Zustand vieler Straßen im gesamten Stadtgebiet hinwies, heißt es in der Pressemitteilung der SPD. Ansonsten gibt es noch Restarbeiten bei der Breitbandversorgung zu erledigen, die jedoch nach dem Urlaub behoben sein sollten. In diesem Zuge habe auch „Energiedienst“ etliche Erdleitungen verlegt, was die Versorgungssicherheit verbessern werde.

Für den geplanten Funkmast sei auch ein Standort gefunden worden: auf dem Hummelberg. Von dort aus könnten Gresgen und Adelsberg versorgt werden, lediglich der Betreiber stehe noch nicht fest. Anerkennung gab es auch hier für das Ortsbudget, weil hier etliche kleinere Vorhaben eigenständig gemacht werden können. Die Fraktion will sich bei entsprechender Finanzlage für eine Erhöhung dieses Budgets einsetzen.

Ralf Kleissler berichtet von der Situation des Waldes. Er und weitere Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) können die Kritik an den Nasslagern nicht nachvollziehen, die von einigen Personen ständig vorgebracht werde. So sei es unabdingbar, Käferholz schnellstmöglich aus dem Wald zu schaffen und in Nasslagern zwischenzulagern.

Revierleiter Sellenmerten habe mehrfach versichert, dass alle Maßnahmen mit dem Landratsamt abgestimmt seien. Unpassend findet Kleissler auch, dass die Stadt Zell als zweitgrößter Waldbesitzer im Kreis nur sehr unregelmäßig an den Treffen der FBG teilnehme. Die Gründe für die Nichtteilnahme an diesem wichtigen Thema seien nicht bekannt.

Land ist Schlusslicht

So ging es beim letzten Treffen um die Waldpflege und Sicherungsmaßnahmen bei Schad- und Käferholz. Wenn hier nicht schnell gehandelt werde, könne es im schlimmsten Fall zur Sperrung der Waldwege kommen, so dass ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bewohner entfällt.

Ein Negativpunkt bei diesem Thema ist auch die Höhe der Aufarbeitungshilfe des Landes bei der Aufarbeitung von Schadholz. Die Aufarbeitungskosten betragen etwa 25 Euro. Hier liege der Zuschuss in Baden-Württemberg für 2019 bei lediglich drei Euro je Festmeter, für 2020 seien fünf Euro angedacht. Damit liege Baden-Württemberg als grün geführte Regierung bundesweit am Schluss.

In Bayern würden für dieselbe Arbeit in der Regel 30 Euro, in Extremfällen sogar bis zu 50 Euro bezuschusst. Vorsitzender Rainer Sütterle hat die entsprechenden Gesetzespassagen an Landtagsmitglied Rainer Stickelberger weitergeleitet in der Hoffnung, hier Abhilfe schaffen zu können.

Thomas Kaiser berichtete als Fraktionschef, dass die Stadt bisher stets ein Plus bei der Waldbewirtschaftung erzielt habe. Für 2020 wird jedoch ein Minus von rund 200 000 Euro erwartet. Trotzdem müsse der Wald offen bleiben für die Bevölkerung, auch wenn die Pflege Geld kostet. Weiterhin führte Kaiser aus, dass die Gewerbesteuerausfälle von Bund und Land kompensiert werden sollen.

Die Stadt Zell habe sich aus bekannten Zwängen ein Sparpaket verordnet, in Summe 260 000 Euro. Auch hier der Hinweis nach dem von der SPD gefordertem Strukturplan und der Bestandsaufnahme für die Budgetplanungen. Der SPD sei es wichtig, eine ausgewogene Behandlung der Stadt und den Ortsteilen sicherzustellen.

Zum Abschluss durften die Teilnehmer den unerfreulichen Anblick des Brandweihers „genießen“. Hier zeigt sich seit langer Zeit ein dicker grüner Teppich über die gesamte Teichfläche. Grund dafür ist die so genannte „Wasserlinse“, ausgelöst durch mangelnde Durchströmung.

Seit einer Begehung durch die Stadt vor einem Jahr habe sich rein gar nichts an der Situation geändert. Rainer Sütterle forderte die Verwaltung auf, hier endlich tätig zu werden, um entweder den Planer in die Pflicht zu nehmen oder anderweitig Abhilfe zu schaffen. Es lägen wohl zwei Angebote für eine Wasserumwälzung vor.

In Adelsberg begrüßte Hubert Sprich die Delegation und stellte den Ortsteil mittels einer Präsentation vor. So kümmern sich drei Personen um verschiedene Angelegenheiten im Dorf, jeweils etwa zehn Stunden. Eine Aufstockung der Stunden wäre wünschenswert. Beliebt sei auch der Kindergarten mit Waldpädagogik, aktuell ist er mit 20 Plätzen belegt. Hier wurde auch der Wunsch nach einem Sonnensegel geäußert, zu dem der Zeller Bürgerverein bereits die Hälfte der Kosten gespendet hat. Es fehle lediglich noch der städtische Anteil.

Wunsch nach Tempo 30

Ein weiteres Anliegen der Dorfbewohner ist die Einführung von Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt. Dies findet die Unterstützung der SPD, allerdings gab Erwin Vollmer zu bedenken, dass dies bei der letzten Begehung abgelehnt wurde. Thomas Kaiser empfahl dem Ortschaftsrat, eine entsprechende Forderung an die Stadt und das Landratsamt zu stellen. Weitere Vorhaben im Ort seien die Gestaltung des Brunnenplatzes und des Waldparkplatzes Blauen und die allgemeine Wegesanierung.

Abschließend konnte noch der 2019 ans Netz gegangene Hochbehälter Blauen besichtigt werden. Wassermeister Ralf Maier stellte das Ganze vor und ging auch auf die aktuelle Wasserversorgung ein, die glücklicherweise derzeit sehr gut ist. Weitere Maßnahmen würden aber folgen müssen wie in Pfaffenberg oder Riedichen. Klaus Berger und Erwin Vollmer wiesen jedoch darauf hin, dass ohne vom Regierungspräsidium geforderten Strukturgutachten keine Zuschüsse zu erwarten seien. Auch hier sei die Stadt seit Jahren in der Pflicht.

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