Zell im Wiesental Ringer setzen auf Nachhaltigkeit

Hans-Jürgen Hege
Die Jugend der Ringer wird mit einem Shuttlebus zum Training gefahren. Foto: Hans-Jürgen Hege

Das Nachhaltigkeitskonzept der Ringergemeinschaft Hausen-Zell nimmt Fahrt auf. Als einer der ersten Vereine des Landes nimmt sie an der„N!-Charta-Sport“ teil.

Von Hans-Jürgen Hege

Zell. „Das Vereinsleben allgemein steht vielerorts auf der Kippe“, sagt André Huber, der Marketingleiter der RG Hausen-Zell. Die Ringergemeinschaft mit 450 Mitgliedern und rund 60 Aktiven mühte sich schon vor Jahren, ein Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln und umzusetzen, mit dem eine solche „Kippe“ umschifft werden könnte, um die Zukunft des Sportvereins dauerhaft zu sichern.

Diese Bemühungen bremste Corona vorübergehend komplett aus. Jetzt aber nimmt das Projekt wieder Fahrt auf. Und es wird mittlerweile unterstützt vom Land Baden-Württemberg, das erkannt hat, dass unter anderem auch „Sportverbände und Vereine verstärkt auf Nachhaltigkeit setzen“.

Auf dem Kongress „Sport und Nachhaltigkeit“ stellte Umweltminister Franz Untersteller zusammen mit der Präsidentin des Landessportverbandes Elvira Menzer-Hassis die „N!-Charta Sport“ vor, die Vereine bei der Einführung und Umsetzung eines einfachen Nachhaltigkeitsmanagements unterstützen soll. Und auf diesen Zug ist die RG Hausen-Zell inzwischen aufgesprungen. Nicht ohne einen gewissen Stolz betont André Huber: „Die RG ist einer der ersten Vereine in ganz Baden-Württemberg gewesen, der die Charta des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft unterzeichnet hat.“

Zuvor schon habe die Ringergemeinschaft mit Aktionen wie „Bewegung gegen Krebs“ sowie durch die Teilnahme an einer Anti-Doping-Kampagne öffentlichkeitswirksam gepunktet.

Ringer wollen anderen Vorbild sein

Zwölf Leitsätze umfasst die Charta. Sie umfassen die Themen Mitglieder, gesellschaftliche Verantwortung, fairer Sport, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Ressourcen, Energie und Emissionen, Umwelt- und Naturschutz, Einkauf, Mobilität, Wertevermittlung, Wettkampf, Gesundheitsförderung und erfolgreiche Vereinsentwicklung. Und diesen Eckpunkten nachhaltiger Zukunftsgestaltung fühlt sich die RG verpflichtet. „Wir wollen Impulse geben und anderen ein Vorbild sein“, sagt Huber.

Shuttlebus fürs Training eingerichtet

Im Wissen darum, dass – wie Huber sagt – „nichts von heute auf morgen passiert“, hat sich die Vereinsleitung zunächst drei Bereiche herausgepickt: Mitglieder, Mobilität und Vereinsentwicklung. Im ersten Bereich ist erklärte Absicht, die einzelnen Vorstandsaufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, um einzelne Vorstandsmitglieder nicht über Gebühr zu belasten. Im Bereich „Mobilität“ wurde zunächst ein Shuttlebus eingerichtet, der Jugendliche zum Training in ihren Wohnorten einsammelt und anschließend wieder nach Hause fährt. Das spare Benzin und entlaste die Eltern, sagt André Huber. Die Elektrizitätswerke Schönau finanziert die Kosten für den Shuttlebus aus dem Fördertopf des Programms „Sonnencent“ (Stromkunden bezahlen einen Cent mehr pro Kilowattstunde in diesen Topf).

Freiwilliges soziales Jahr geplant

Die RG Hausen-Zell möchte außerdem ihre Geschäftsstelle weiter ausbauen und ein freiwilliges soziales Jahr ausschreiben, um den Vorstand dauerhaft entlasten zu können, wie der Verein mitteilt.

ÖPNV-Bonus bei Heimkämpfen

Zudem bekommen die Zuschauer bei Heimkämpfen Tickets zu reduzierten Preisen, wenn sie mit Verkehrsmitteln des ÖPNV anreisen. Auch der Verkehrsverbund RVL honoriere die Bemühungen zur Nachhaltigkeit der Zeller Ringer mit der Verlosung mehrerer Freikarten für Bus und Bahn, so André Huber.

Das Bemühen um Nachhaltigkeit werde schließlich dadurch abgerundet, dass die Zeller Stadthalle, in der das Training und die Wettkämpfe der Ringer stattfinden, energetisch auf neuestem Stand der Technik sei und zudem mit Erd- und Fernwärme ressourcenschonend beheizt werde, sagt André Huber.

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