Zell im Wiesental Schmuckstück für die Zeller Fasnacht

Markgräfler Tagblatt, 10.09.2018 17:21 Uhr

Ganz hingehauen hat es nicht mit dem Terminplan, an dem sich der Förderverein Zeller Fasnachtshus auf dem Weg zur Realisierung eines ebenso alten wie großen Traums aller Narren im Städtli orientierte. Aber: Mit der offiziellen Vorstellung des Schmuckstücks am Sonntag zu den Klängen des Fanfarenzugs wurde die Zielvorgabe – „drei bis fünf Jahre“ aus dem Gründungsjahr des Fördervereins 2012 – nur ganz knapp verfehlt.

Von Hans-Jürgen Hege

Zell. Das Ergebnis der Bemühungen der Fastnachtsgesellschaft Zell (FGZ) und ihrer Gönner und Förderer kann sich mehr als sehen lassen. Prächtig ist das Haus geworden, in dem auf vier Ebenen die spannende Geschichte der Zeller Fasnacht archiviert wurde.

Ganze Arbeit geleistet

Helmut Monds Team, darunter der unermüdlich engagierte Peter Zluhan, Monds Stellvertreter Alfred Knauber sowie Rudolf Philipp, Herbert Roll, Rainer Agostini, Kurt Räuber und nicht zuletzt Schriftführerin Diana Agostini haben ganze Arbeit geleistet. Die Männer und Frauen dürfen stolz sein auf die Schwielen an den Händen, die sie noch geraume Zeit an die zahlreichen Arbeitseinsätze im Fasnachtshus erinnern werden. Und das wurde beim Fest am Sonntag im Hof des Hauses von allen Seiten gebührend gewürdigt.

„Wenn wir das Haus anschauen, müssen wir sagen: es ist ein Schmuckstück geworden, das wir der Bevölkerung und den Zeller Fasnächtlern heute übergeben dürfen. Ein Schmuckstück für uns, aber auch für Zell“, stellte FGZ-Präsident Peter Mauthe fest. Das Haus sei eine Bereicherung für die ganze Stadt, ein großer Meilenstein, ein wichtiges Puzzleteil der Fasnacht, sagte Mauthe und lobte „das enorme Engagement“ in ein Projekt, in das der Förderverein neben dem Geld (50 000 Euro Spenden, 50 000 Euro aus Einnahmen bei Aktivitäten und aus Kuchenverkäufen) „sehr viel Herzblut“ investierte. Dafür werde sich die FGZ mit einem Verwöhnabend für alle Helfer bedanken.

Bernhard Klauser überreichte im Auftrag der Zeller Hürus-Mannschaft als Zeichen der Anerkennung einen Scheck über 500 Euro, vom Fanfarenzug gab es eine schmucke Lampe als Zustupf zur Ausstattung eines der Räume, in denen auch Meilensteine der Geschichte des traditionsbehafteten Zuges aufgelistet sind. Und Helmut Mond nannte „alle, die do gschafft hän“, beim Namen. Es habe Zeiten gegeben, in denen er gedacht habe, das Gerüst, das für den Umbau aufgebaut war, gehöre zum Haus. Aber es habe auch Handwerker und Firmen gegeben, die auf ihren Arbeitslohn zugunsten des Projekts verzichteten.

Die Fasnachtsgesellschaft verfügt nun über ein Archiv, in dem das närrische Treiben im Städtli über viele Jahrzehnte hinweg so gut wie lückenlos festgehalten ist. Auf normale Öffnungszeiten werde verzichtet, sagte Mond.

Führungen sind möglich

Interessenten aber werden nach Absprache mit Peter Zluhan Führungen angeboten. Zluhan sei aber auch Ansprechpartner für Leute, die glauben, fasnächtliche Utensilien zu haben, die nicht in irgendwelchen Kellern oder auf Speichern verstauben sollten, sondern ins Fasnachtshus gehören. Und dann wurde Helmut Mond, ohne den es, so Alfred Knauber, „dieses Hus ganz sicher gar nicht gäbe“, ganz offiziell: „Wir übergeben des Fasnachtshus heute der Öffentlichkeit. Es gehört nicht uns, dem Förderverein, sondern der FGZ, die damit um einiges reicher geworden ist.“

 
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