Zell im Wiesental Vergnügliches „Käseprogramm“

Zell - Das Gasthaus „Löwen“ mutierte für einen Abend zum „Muusloch“ und „Bürgermeister“ Christoph Greiner konnte am Samstag beim Kappenabend der Gemeinde Mittelstadt seine Bürger als „Mäuschen“ begrüßen.

Auch wenn sich das von Schärmuuser Michael Gehri geplante makabre Schauspiel, alle Mäuse mit Hilfe des Bürgernutzens um die Ecke zu bringen, schließlich doch nicht realisieren ließ, feierte die Vogtei einen denkwürdigen Kappenabend, an dem Vorzeigeringer Oliver Hassler seine Feuertaufe in närrischen Kreisen feiern durfte und an dem die Gemeindeverwaltung aus der Not ein „Käseprogramm“ machte und damit für viel närrisches Vergnügen sorgte.

Für Stimmung sorgte zunächst ein Blick in die Amtsstube der Gemeinde, in der Christoph Greiner Zeitung las und es seinem Stellvertreter Axel Umber überließ, den Laden als Mädchen für alles zu schmeißen. Und er erledigte seine Aufgabe, Bolizischt und Hebamme zu ersetzen, mit Bravour.

Ehrungen

Nach dem Bürgernutzen standen die Ehrungen verdienter Mitglieder an. Michael Gehri und Thomas Döbele erhielten den Kronenorden in Gold für 40 aktive Jahre. Armin Zöllner, der unter anderem elf Jahre lang als Bürgermeister Dienst tat, wurde mit dem Wellemacher-Orden ausgezeichnet.

Danach erteilten die Wellemacher der Mäuseschar eine Lehrstunde in Sachen Synchronschwimmen und machten ihre Sache, die sie beisteuerten, weil doch einige Zugnummern ausfallen mussten, sehr gut.

Auftritt des Hürus

Und dann war es Zeit für die obligatorische Gänsehaut, die alle Auftritte der FGZ mit ihrem Hürus begleitet: „D` Zeller sin do“, schallte es durchs Mäuseloch, die Schrätteli wirbelten durch die Gänge, Pagen stellten sich auf und das Präsidium stellte sich Gewehr bei Fuß an die Wand, um dem Auftritt von Hürus Martin vom Göttlesbrunn das nötige Gewicht zu verleihen. In Vogt Greiners Begrüßung mangelte es nicht an Lob für den Regenten, dem ein gerüttelt Maß an Eitelkeit nachgesagt wird und dem die Gemeinde Mittelstadt nicht ohne Grund als Orden einen Spiegel um den Hals hängte.

Auch die Aufgabe, die der Regent zu erfüllen hatte, passte ins Klischee: Zwei Mittelstädter wurden ausgewählt, dem Hürus ein ganzer Wagen voll Schminkutensilien samt Perücken zur Verfügung gestellt und ihm aufgetragen, „aus den beiden Herren etwas Vorzeigbares zu machen“ – eine echte Gaudi.

Schärmuuser

Michael Gehri tat bei seinem Gastspiel als Schärmuuser kund, was ihm in letzter Zeit alles durch den Kopf gegangen ist. Ein Graus sei ihm beispielsweise die Diskussion ums Dieselfahrverbot: „Ich blieb debi, für mich isch’s numme Hüsterie. Es isch im Grund gno eifach: D` Autoindustrie hät betroge – un jetzt würd`s uf unsrem Buckel wieder aneboge.“

Dann nahm Gehri das Landratsamt ins Visier. Es sei ihm jedenfalls nicht mehr zum Lache, wenn er sehen müsse, „was die dört mit uns Zeller für Sache mache“. Man nehme etwa die freie Fahrt „vom Latschi us uf Adelsberg“. An der Pfefferhütte können die Autofahrer jetzt durchstarten, „volli Channe durch d’Innestadt. In Lörrach findet mer des anschienend glatt.“ Gehri versprach: „Für jede normali vernünftige Mensch uf em Landratsamt – zahl ich ab sofort 100 Euro bar uf d` Hand.“

Das Schlimmste jedoch sei die Kappung des Zeller Fasnachtsumzugs, die „für uns Fasnächtler e Schlag ins G’sicht“ sei. Es sei doch wahrlich kein Problem, „wenn eimol im Johr für zwei Stund d’Chäre uf de Bundesstroß stön.“ Wer behaupte, dass dies rechtlich nicht möglich sei, zeige lediglich, dass er „vom Recht nüt verstoht“, urteilte der ehemalige Lörracher Polizeidirektor im Gewand des Schärmuusers und kam zum Schluss: „Do wägt mer ab zwische Brauchtum un Leichtigkeit im Verkehr, an und für sich gar nit so schwer. Die Entscheidung isch grottefalsch. I han nur no ä dicke Hals.“

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