Zell im Wiesental Wildtiere fühlen sich pudelwohl

Nachwuchs gab es kürzlich bei den Wildschweinen im Zeller Wildgehege.Foto: Paul Berger Foto: Markgräfler Tagblatt

Klein, aber fein – so erleben Besucher immer wieder das seit vier Jahren vom fürsorglichen Team Andreas Miekat, Sonja Schmidt und Christine Böhler betreute Zeller Wildgehege. Zuvor hatte 30 Jahre lang Gustav Strohmeier die Tiere dort bestens versorgt. 2021 kann der oberhalb der Schwarznau-Siedlung gelegene Tierpark sein 50-jähriges Bestehen feiern.

Von Paul Berger

Zell. Im Lauf der Jahre hat sich das Wildgehege besonders für Besucher mit Kindern, aber auch für Kindergartengruppen und Schulklassen als Anziehungspunkt erwiesen. Ins Leben gerufen wurde die Anlage am Nesselgraben 1971 vom Zeller Werner Walter, der viele Jahre selbst die Betreuung und Versorgung der Tiere übernommen hat.

Die Umgebung für das Refugium mit überwiegend heimischen Tierarten wie Rotwild, Damwild und Wildschweinen könnte nicht besser gewählt sein. In freier Natur und fernab von menschlichen Behausungen fühlen sich die insgesamt 50 Tiere dort pudelwohl. Kein Wunder, denn das Gehege bietet ihnen auf rund 3,6 Hektar Fläche ausreichend Platz und Auslauf. Der nahe Wald und die naturbelassene Umgebung bilden die passende Kulisse.

Allerdings sollte, wer das Wildgehege besucht, recht gut zu Fuß sein, da das Gelände nicht mit dem Auto oder sonstigen Motorvehikeln angefahren werden darf. Deshalb lautet die große Bitte von Betreuerin Sonja Schmidt an alle Besucher, die Fahrzeuge auf einem der außerhalb gelegenen Parkplätze stehen zu lassen und zu Fuß die rund 400 Meter bis zum Gehege zurückzulegen. Von der Schwarznau aus ist das Gehege in 15 Gehminuten bequem erreichbar.

Dort angekommen darf man sich gern im Schatten der Bäume auf einer der Bänke etwas Ruhe und Entspannung gönnen. Interessant ist es, dabei die Tiere zu beobachten und ihnen beim Äsen zuzuschauen. Allerdings, bevorzugen die meisten der Vierbeiner während der Sommertage, wenn es schwül oder heiß ist, ebenfalls gern ein schattiges Plätzchen. Es empfiehlt sich daher ein Besuch in der Vormittagszeit.

Zu den Attraktionen zählen die quirligen Jungtiere in ihren voneinander getrennten Gehegen.Vor allem die in diesem Frühjahr auf die Welt gekommenen sechs jungen Wildschweine, auch Frischlinge genannt, halten sich gern in der Nähe ihrer Muttertiere, den Bachen, auf. Etwas mehr Distanz zu ihnen pflegt hingegen der Keiler, deutlich erkennbar am kräftigen Körperbau und an den mächtigen Hauern.

Geradezu zierlich und grazil erweist sich dagegen das Dam- und Rotwild, das friedlich auf den Weiden äst. Beim Damwild, einer den Hirschen verwandten Rasse, erblickten in diesem Jahr sieben Jungtiere das Licht der Welt; bei den Rehen wurden im Mai zwei Jungkitze geboren. Als besondere Augenweide im Zeller Wildgehege gilt nach wie vor „Gustav“, ein prachtvoller Hirschbulle, der über ein mächtiges und weit ausladendes Geweih verfügt.

Beim Füttern der Tiere gilt es einige Dinge zu beachten, wie Pflegerin Sonja Schmidt deutlich macht. Auf gar keinen Fall sollten Bio- oder auch Speise-Reste an die Tiere verfüttert werden. Selbst Lauch kann sehr gefährlich sein. Was ebenfalls nicht geht, sind komplette Brotlaibe sowie von Schimmel befallene Speisen, auch nicht bei den Wildschweinen. „Leider hatten wir schon etliche Fälle, dass Tiere wegen unsachgemäßer Fütterung durch die Besucher qualvoll verendet sind“, berichtet Sonja Schmidt. Artgerechtes Futter findet sich daher in einer Futterbox an der Hütte im Gehege. Für einen Euro gibt es außerdem so genannte Futtersäckchen mit ausgesuchten Leckerbissen für die Tiere.

Deshalb die große Bitte des Betreuer-Teams des Markus-Pflüger-Heims an die Besucher, sich an die Regeln zu halten – damit das kleine Naturparadies auch in Zukunft Besuchern noch viel Freude bereiten kann.

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