Zell im Wiesental „Wir lassen Sie nur ungern ziehen“

Bürgermeister Peter Palme übergab Pfarrer Frank Malzacher ein Bild mit Blick auf Zell von der Kalvarienbergkapelle aus. Foto: Paul Berger

Zell - „Es war eine schöne Zeit.“ Dieses Fazit zog Pfarrer Frank Malzacher am Sonntag am Ende des Gottesdienstes, den er zum Abschied seiner nahezu sechsjährigen Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit mit Gemeindemitgliedern sowie Gästen unter „Corona-Bedingungen“ feierte.

Unter den Gästen waren auch Dekan Gerd Möller, Malzachers Vorgänger und Ehrenbürger von Zell, Franz Leppert, sowie Pfarrer im Ruhestand Joachim Demuth mit Ehefrau Maria von der evangelischen Kirchengemeinde.

Malzacher erinnerte daran, dass gemeinsam vieles erreicht wurde. Er bedankte sich gleichzeitig bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Pfarrgemeinderäten, den Stiftungsräten sowie allen, die ihm in den zurückliegenden fünfeinhalb Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. In Anspielung auf das Sonntags-Evangelium bekräftigte er den festen Glauben an das Positive im Leben, das letztlich überwiegen werde.

Während seiner Zeit als Pfarrer und Leiter der Seelsorgeeinheit hat Frank Malzacher in den Gemeinden Zell sowie in Atzenbach und in Häg-Ehrsberg eine Vielzahl sichtbarer Spuren hinterlassen.

An diese erinnerte Bürgermeister Peter Palme (Zell) in seinen Dankesworten ebenso wie sein Kollege Bruno Schmidt aus Häg-Ehrsberg. Genannt wurden die gelungene Renovierung des denkmalgeschützten und vor einem Jahr frisch bezogenen Zeller Pfarrhauses, die Hangsicherung bei der Kalvarienbergkapelle, die Fassadenerneuerung der Pfarrkirche in Häg sowie die Rettung des Hochaltars vor dem Holzwurm im Gotteshaus in Häg und die Sanierung des gemeinsamen betriebenen Kindergartens in der Hinterhag-Gemeinde.

Auch technisch und organisatorisch wurde unter der Regie von Pfarrer Malzacher vieles auf den neuesten Stand gebracht. Kirche und Politik sind sich nach Palmes Worten in manchen Dingen sehr ähnlich. Beide dienen sie dem Wohle der Menschen. Als Abschiedsgeschenk überreichte Palme Frank Malzacher ein Bild mit Motiven der Schwanenstadt als Erinnerung an seine Zeit im Zeller Bergland. Ebenfalls mit einem Präsent bedankte sich Bürgermeister Bruno Schmidt beim scheidenden Pfarrer für die erfolgreiche Zusammenarbeit in den zurückliegenden fünfeinhalb Jahren.

„Wir lassen Sie nur ungern ziehen“, sagte Klaus Strittmatter, der sich im Namen seiner Mesner-Kolleginnen bei Frank Malzacher bedankte und damit vielen aus dem Herzen sprach. „Schließlich war es immer wieder eine Freude, mit Ihnen Gottesdienste zu feiern“, bestätigte Strittmatter. Aber auch das sei angemerkt, als Mesner musste man ein Hundefreund sein. Zu Strittmatters außergewöhnlichen Erlebnissen zählte eine Begebenheit in der Zeit, als die Straßen im Oberen Wiesental 2018 gesperrt waren, als er Pfarrer Malzacher mit seinem Unimog über holprige Waldwege gerade noch rechtzeitig zum Erntedankfest nach Ehrsberg chauffieren konnte.

Auch Elke Hochstatter, Vorsitzende des Kirchenchores Zell/Atzenbach betonte: „Wir sind traurig, dass Sie uns und unsere Pfarrei schon wieder verlassen.“ Gleichfalls aufrichtige Dankesworte und gute Wünsche für die künftige Arbeit in der Seelsorgeeinheit Klettgau-Wutöschingen überbrachten die Vorsitzende des Kirchenchores Häg, Iris Eggert, und auch Rita Seger, kürzlich wieder bestätigte Vorsitzende des neu gewählten Pfarrgemeinderates.

Ein Bild mit den fünf Kapellen der Seelsorgeeinheit überreichte Klaus Wetzel von der Kolpingsfamilie Zell als gleichzeitige Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse. Noch einmal lebendig werden ließ Gemeindereferentin Barbara Heimpel zusammen mit den Ministranten einige der schönsten Begebenheiten mit Pfarrer Malzacher in einer Lichtbild-Schau. Nach den Worten von Dekan Gerd Möller ist es heute wichtiger denn je, Menschen zu haben, die der Kirche neue Impulse geben.

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