Zell im Wiesental Wohnhaus zur Gaststätte gemacht

Nach Weihnachten schließt das Gresger Landgasthaus „Gässle“ nach fast 24 erfolgreichen Jahren. Foto: Ralph Lacher

Zell-Gresgen - Sie waren gastronomische Quereinsteiger, das Gresger Ehepaar Ursula und Hans-Dieter Hanke. 1997 entschloss sich der leidenschaftliche Hobby-Koch und seine als Bedienung Gastronomie-Erfahrung aufweisende Ehefrau, in ihrem Eigenheim eine Gaststätte einzurichten – das „Gässle“. Jetzt geht diese spezielle Geschichte zu Ende.

Ans Haus wurde ein Küchentrakt angebaut, und das Haus selbst erhielt Räume für 72 Gäste und eine Terrassenwirtschaft mit herrlichem Blick über das Zeller Bergland mit weiteren 40 Plätzen. Die Hankes lagen mit ihrem Gasthaus und dem Angebot an Speis und Trank schnell voll auf der Linie des Gästegeschmacks.

Nun aber ist Schluss mit der Gastronomie im Landgasthaus „Gässle“. Aus gesundheitlichen Gründen müsse man zum 28. Dezember schließen, sagt Ursula Hanke mit Wehmut. Bis dahin gibt es den Abholservice im „Gässle“; Freunde der gutbürgerliche Küche mit regionalem und saisonalem Einschlag können bei den Hankes ihre Wunschgerichte abholen.

Das „Gässle“ war eine beliebte gastronomische Einrichtung im oberen Wiesental, vor allem aber eine Dorfgaststätte typischen Zuschnitts. „Wir hatten eine tolle Resonanz im Dorf, mit verschiedenen Stammtischen, regelmäßigen Familien- und Vereinsfeiern und vor allem Mitarbeitenden aus dem Dorf“, sagt Ursula Hanke. Berühmt ist das „Gässle“ für seine Cordon Bleu vom Schwein und Kalb, für die Salatsauce mit rund 30 Kräutern aus Hankes Kräutergarten, aber auch für Leberli, Kutteln, Schwarzwurstsalat und die selbst gebackenen Kuchen mit dem Aushängeschild „Schwarzwälder Kirschtorte“.

„Unsere Gäste schätzten neben unserem Angebot auch die herrliche Lage des ´Gässle` und die Möglichkeit, vor oder nach der Einkehr einen Spaziergang zu unternehmen“, erzählt die Gastgeberin. Geschätzt wurde auch das günstige Preis-Leistungsverhältnis und das freundliche Gepräge der Räumlichkeiten. Und natürlich die bodenständige Art der Wirtsleute und ihres Teams. Man habe von vielen Gästen das Lob erhalten, hier so etwas wie „daheim bei Freunden“ zu bieten, sagt Ursula Hanke.

Dass im „Gässle“ demnächst die Lichter ausgehen, liegt zum einen an gesundheitlichen Gründen der Betreiber, zum anderen in der Tatsache, dass in der Familie keine Nachfolger aufgetan werden konnten. „Wir haben das ´Gässle` mit viel Herzblut geführt, nun muss aber Schluss sein“, so die Wirtin.

Allerdings wird sie mit ihrem Team noch bis August kommenden Jahres geschlossene Gesellschaften für Kommunion, Konfirmation und ähnliche Familienfeiern, die teilweise wegen Corona ins Jahr 2021 verschoben wurden, bewirten. Das findet dann an Wochenenden statt und ist den Hankes eine Verpflichtung. Danach wird aus den Gasträumen wieder das, was sie einst waren – Wohnraum für die Familie Hanke.

Bedauerlich findet die Familie Hanke das Aus fürs „Gässle“ auch deshalb, weil Gresgen und seine Bewohner dann keine Gaststätte mehr haben.

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