Zell im Wiesental Wunderkinder auf Europa-Tournee

Das Augsburger Fakstheater gewährte mit seiner „Wunderkindreise“ einen tiefen Einblick in die Lebenswirklichkeit des jungen Musikgenies Wolfgang Amadeus Mozart. Foto: zVg

Zell - Für die Zeller Kinder einmal ein ganz anderes Licht auf das große, scheinbar „unantastbare“ Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart zu werfen, war eine Herzensangelegenheit der Zeller Schriftstellerin Heidi Knoblich. Mit dem Musiktheater „Wunderkindreise“ des Faks-theaters, das auf ihre Einladung am Freitag in der Zeller Stadthalle gastierte, ist ihr dies gelungen.

Rund 170 Grundschüler erlebten eine Geschichte vom Suchen und Finden, von harten Kutschbänken und muffigen Gasthäusern, von umjubelten Konzerten, von Geldnot und unsterblicher Musik.

Auf die Bühne flattert eine Postkarte. Sie kommt aus Salzburg. Geheimnisvolle Zeichen sind auf ihr zu entdecken. Noten! Karla und ihre Musiker gehen der Sache auf den Grund – und befinden sich mitten in einer spannenden Geschichte. Und das Tollste ist: Die Geschichte ist wahr.

Alles dreht sich um den kleinen Mozart, der, erst sieben Jahre alt, mit der großen Schwester Nannerl und den Eltern aufbrach und quer durch Westeuropa reiste, um vor Kaiser, Königen und Fürsten zu spielen.

Schauspielerin Karla Andrä nahm die Zeller Kinder mit an die Schauplätze dieser dreieinhalb Jahre dauernden Reise: Augsburg, Schwetzingen, Paris, London, Den Haag. Karla erzählte, sang und tanzte voller Anmut, immer in Begleitung ihres Mini-Klaviers. Sie zauberte den verwunderten kleinen Zuschauern Münzen hinter deren Ohren und neue Hinweise auf die Weiterfahrt unter ihren Stühlen hervor. Bei der Überfahrt nach England balancierte sie ein Papierschiffchen auf der wogenden Handtrommel, die sogar das Rauschen der Wellen vermittelte. Als Schwester Nannerl lebensbedrohend an Typhus erkrankte, schluchzte der Blues, und am Ende wurde es ganz still, als das Wolferl daheim in Salzburg müde in sein Bett sank und die Band ihm leise das Nachtlied sang: „Bona Nox, bist a rechter Ochs“.

Die Schüler der Gerhard-Jung-Schule ließen sich von der Magie des Schauspiels verzaubern und vom Rhythmus der Jazzstücke mitreißen. Hier begegneten sie einem Gleichaltrigem mit Superstar-Talent, der so vieles teils unter beschwerlichen Umständen erlebte, vor gekrönten Häuptern spielte und – wer weiß es? – heute vielleicht ein großartiger Jazzmusiker wäre.

Denn Mozarts Art zu musizieren ist der eines heutigen Jazzmusikers sehr ähnlich. Dass Jazzmusik perfekt zu Mozart passt, bewiesen die professionellen Jazzmusiker Josef Holzhauser (Gitarre), Rene Haderer (Bass) und Harry Alt (Schlagzeug), die mit ihren Instrumenten allerlei Staunenswertes auf die Bühne zauberten.

In das Thema eingeführt wurden die Klassen tags zuvor von Heidi Knoblich. Sie zeigte ihnen die Welt des kleinen großen Mozarts, der schon mit zwölf Jahren drei Opern, sechs Sinfonien und Hunderte anderer Werke geschrieben hatte und zwischen seinen täglichen Konzerten hinter den Vorhängen der großen Schlösser verschwand, um auf seinem Steckenpferd zu reiten. Sie öffnete ihnen eine CD-Schatztruhe mit 626 Mozart-Kompositionen, für die er acht Kilometer Notenpapier benötigte. „Ohne Constanze Mozarts Sachkenntnis und Engagement wären seine Werke nach Mozarts Tod in der Versenkung verschwunden.“ Chorleiter Gerhard Bund studierte mit den Kindern zwei von Mozarts Liedern ein.

„Ich bin begeistert, mit wie viel Liebe die kleinen Zeller Mozart und seine Musik aufnehmen“, freute sich Bürgermeister Peter Palme. Und die Kinder staunten nicht schlecht, als Karla Andrä Zell in einem Atemzug mit Paris erwähnte: Denn aus der Stadt an der Seine erhielt das Faks-theater ebenso eine Anfrage.

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