Zell im Wiesental „Wunschlösung“ rückt näher

Die Stadt Zell will das Gebäude, das derzeit noch die Sprachheilschule des Landkreises beherbergt, für die Kinderbetreuung nutzen. Foto: Peter Schwendele

Zell - Es könnte etwas werden mit den Plänen der Stadt, das im Sommer frei werdende Gebäude der Sprachheilschule des Landkreises für die Kinderbetreuung zu nutzen. Laut Bürgermeister Peter Palme hat der Landkreis der Stadt Zell ein Vorkaufsrecht eingeräumt, die Gespräche laufen aber noch.

Die Stadt hat Druck, die zunehmende Zahl an Kindergarten- und Krippenplätzen zur Verfügung zu stellen. Die Thematik wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung umfassend diskutiert (wir berichteten). Dabei war das Vorhaben, einen Architektenwettbewerb für den Kindergartencampus auszuschreiben, zurückgestellt worden, um zunächst zu prüfen, ob das Gebäude der Sprachheilschule für die Kinderbetreuung genutzt werden kann. Die Einrichtung des Landkreises Lörrach wird bekanntlich im Sommer nach Hausen umziehen.

Die zwischenzeitlich erfolgte Abklärung mit dem Landratsamt hat ergeben, dass eine Nutzung des Gebäudes durch die Stadt grundsätzlich möglich wäre. Übernächste Woche sei ein weiteres Gespräch anberaumt, bei dem über die Rahmenbedingungen geredet werde, berichtete Bürgermeister Peter Palme auf Anfrage – „und dann müssen wir relativ schnell eine Entscheidung treffen“.

Palme: „Das wäre unsere Rettung“

Sollte die anvisierte Lösung zustande kommen, „wäre das unsere Rettung“, so der Rathauschef. Noch nicht abschließend geklärt ist unter anderem, wie massiv die Umbaumaßnahmen sind, die vorgenommen werden müssten, um das Gebäude in die Kinderbetreuung einzubinden. Weiter dürfte es notwendig werden, dass die Stadt Zell einen Sonderhaushalt aufstellt, da bei einem Kauf des Gebäudes nach Palmes Schätzung mindestens ein hoher sechsstelliger Betrag fällig werden dürfte.

Nach ersten Sondierungen dürfte es möglich sein, in dem dreigeschossigen Gebäude zwei Ü3-Gruppen unterzubringen. Das würde bedeuten, dass man eine Ü3-Gruppe neu schaffen könnte und eine bestehende Ü3-Gruppe aus dem Zeller Kindergarten ins Sprachheilschulgebäude umsiedeln könnte. Im Kindergarten selbst würde dann Platz frei werden für eine neue U3-Gruppe. Für die Kleinkindbetreuung ist das Sprachheilschulgebäude nicht geeignet, da es unter anderem keinen Aufzug gibt. Das Obergeschoss des Hauses wäre für Nebenräume nutzbar.

„Das wäre erst einmal unsere Wunschlösung“, sagte der Bürgermeister, denn dann könne man sich in den kommenden Jahren ohne den derzeit herrschenden massiven Zeitdruck an die Planung für den Kindergartencampus machen.

Neue Ausschreibung für Kindergarten Atzenbach

Neuigkeiten gibt es auch im Hinblick auf den Kindergarten Atzenbach. Die Vergabe der Arbeiten für den dort geplanten Anbau war in der jüngsten Gemeinderatssitzung ebenfalls vertagt worden, weil die Fraktionen mit den Modalitäten des Vergabeprozesses nicht einverstanden waren. Die Ausschreibung sei von der Verwaltung mit Schreiben vom 10. Mai aufgehoben worden und werde nun erneut durchgeführt, berichtete Palme. Der Gemeinderat soll in seiner nächsten Sitzung über die Angelegenheit beraten.

Der Rathauschef beklagte allerdings, dass damit feststehe, dass es zu massiven zeitlichen Verzögerungen bei dem Projekt kommen wird, das die Stadtverwaltung als „elementar wichtig zum reibungslosen Betrieb des gesamten Kindergartens“ bezeichnet hatte. Palme spricht von mindestens zweieinhalb Monaten. Dies bedeute, dass man nicht wie geplant in den Sommerferien bauen könne, sondern dass das Projekt während des laufenden Betriebs realisiert werden müsse. Das sei ärgerlich, so der Bürgermeister, der dennoch hofft, dass das Vorhaben wenigstens bis zum Jahresende 2019 erledigt sein wird.

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