Zell im Wiesental Zeller Pfarrheim ist in neuen Händen

Peter Schwendele
Das katholische Pfarrheim im Zentrum der Stadt Zell hat den Besitzer gewechselt. Der 160 Gäste fassende Saal im ersten Stock soll im Februar renoviert werden. Foto: Peter Schwendele

Der Verkauf des Zeller Pfarrheims ist über die Bühne gegangen. Gastronom Mike Kiefer hat das Gebäude im Herzen der Stadt von der katholischen Kirchengemeinde übernommen. Die Renovierungsarbeiten im Pfarrsaal sollen im Februar über die Bühne gehen.

Von Peter Schwendele

Zell. Bereits im Frühjahr letzten Jahres hatte „Löwen“-Wirt Kiefer sein starkes Interesse am Kauf des Pfarrheims bekundet. Allerdings gab es noch etliche Detailfragen zu klären, bevor im November das Geschäft dann in aller Stille in Form eines Erbpachtvertrags in trockene Tücher gebracht wurde. „Es ist alles so gelaufen wie erwünscht und gehofft“, so Mike Kiefer auf Anfrage des Markgräfler Tagblatts. Der Gastronom will den Saal im ersten Stock des Gebäudes nun in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen von Grund auf renovieren. Hierfür sei eine Summe von rund 250 000 Euro veranschlagt. Erneuert werden sollen insbesondere die Küche und die technischen Anlagen. Die neue Bestuhlung sei bereits geliefert, informiert Kiefer.

Der Pfarrsaal im ersten Stock des Pfarrheims St. Fridolin bietet Platz für rund 160 Gäste, was dem Gastronomen gut zupass kommt. Für viele Veranstaltungen, die er gerne anbieten möchte, sei der benachbarte „Löwen“ schlicht zu klein. Der Saal soll auch von anderen Veranstaltern für ihre Anlässe genutzt werden können. Kiefer: „Man wird den Pfarrsaal mieten können, entweder mit meinem eigenen Catering-Service oder ohne.“ Beibehalten will Kiefer auch die Praxis, den Saal an Zeller Vereine zu vermieten, ein Angebot, das von etlichen Gruppierungen – vor allem in Vor-Corona-Zeiten – gern genutzt wurde.

Nichts ändern soll sich im Erdgeschoss des Ende der 1970er Jahre erstellten Pfarrheims, wo seit 2016 das Institut für Bildung und Management (IKS) mit der SHR Fernhochschule residiert. Dieses bestehende Mietverhältnis wird nach Auskunft von Kiefer weitergeführt.

Die katholische Kirchengemeinde Zell-Atzenbach-Häg hatte bereits seit dem Jahr 2017 einen Käufer für das Pfarrheim in Zell gesucht. Wie es im letzten Pfarrbrief heißt, gab es zu dieser Zeit erste Gespräche mit dem IKS und auch mit der Stadt Zell im Hinblick auf einen Verkauf. Doch weder das IKS noch die Stadt Zell konnten sich das Geschäft vorstellen. Bürgermeister Peter Palme hatte in der Vergangenheit schon mehrfach betont, dass sich die Stadt Zell den Erwerb des Gebäudes, auch aus Erwägungen heraus, die den aufwändigen Betrieb betreffen, nicht leisten könne.

Die Kirchengemeinde vertritt im Pfarrbrief die Ansicht, dass die Veräußerung des Gebäudes aus wirtschaftlicher Sicht dringend notwendig gewesen sei. Die Nutzung des großen Pfarrsaals für pastorale Zwecke sei bereits in Vor-Corona-Zeiten kaum noch erfolgt. Verwiesen wird auf den kontinuierlichen Rückgang der Katholikenzahlen. Für künftige Veranstaltungen gebe es in der Seelsorgeeinheit Zell genügend Orte mit ausreichend Platz. Außerdem könne auch der Pfarrsaal weiter genutzt werden; drei Veranstaltungen pro Jahr seien vertraglich zugesichert, heißt es.

Zu den Erlösen aus der Veräußerung lässt die Kirchengemeinde wissen, dass diese für die Modernisierung des kleinen Pfarrsaals und die Neugestaltung des Pfarrhofs eingesetzt werden sollen. Die jährlichen Erträge aus den Erbpachtzinsen sollen für die Instandhaltungskosten der Kirche und des Pfarrhauses in Zell verwendet werden.

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