Zell im Wiesental „Zigeunerlager“ am Rümmelesbühl

Markgräfler Tagblatt, 10.08.2018 17:03 Uhr

Zell-Gresgen. Einen kurzen Moment fragten manche Bürger sich vielleicht tatsächlich, ob die kürzlich am Rümmelesbühl aufgeschlagenen Zelte ein echtes Zigeunerlager waren. Bei genauerem Hinschauen wurde aber schnell klar, dass die ausgelassen spielende und werkelnde Kinderschar die Gresger Dorfkinder waren, die sich dieses Jahr schon zum neunten Mal für ein kleines Zeltlager auf dem Rümmelesbühl einfanden.

Und dieses Jahr eben als Zigeuner. Nachdem sich alle am Donnerstag beim Weideschuppen versammelt hatten und zur Überraschung aller von einem Zigeunerbaronpaar begrüßt worden waren, musste sich jeder Teilnehmer einen Teil Eisenschrott aus der angrenzenden Sammlung der Feuerwehr suchen und mit zum Rümmelesbühl tragen. Dort oben gestaltete jeder der drei Zeltclans seine eigene Schrottclanskulptur, die vielerseits für Bewunderung sorgte.

Am nächsten Tag entstand ein selbst gezimmertes und kunstvoll ausgestattetes Zigeunerzelt. Über dem Feuer wurden Wachsfackeln für den nächsten Hemdglunkiumzug und das Scheibenfeuer gewickelt.

Mit Perlen, Edelsteinen und Amuletten wurde mit viel Eifer Zigeunerschmuck hergestellt und zur Verwahrung der Goldmünzen Lederbeutel geschnürt. An einem alten Schleifstein konnte man seine Taschenmesser schärfen, und wer sich dann immer noch zu langweilen drohte, konnte über eine hoch in den Bäumen hängende Brücke balancieren oder auf der selbst gebauten Schaukel die Beine baumeln lassen.

Abends sangen alle zusammen am Lagerfeuer nicht nur Zigeunerlieder, und weil das Wetter so schön und die Nächte so klar waren, schliefen viele der Kinder gar nicht erst in ihren Zelten, sondern legten sich unter freiem Himmel zur Ruhe und betrachteten zuvor noch den Sternenhimmel.

Nach einer abschließenden Spielrunde samt Wasserschlacht am Samstag staunten und freuten sich alle gleichermaßen darüber, was für ein fröhliches und friedliches Miteinander das Abenteuer am Rümmelesbühl wieder war. Und schlussendlich befanden alle Kinder einhellig, dass drei Tage viel zu kurz waren.

 
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