Zell im Wiesental Zugang zum Datennetz verbessert

Bunte Leerrohrtrommeln am Straßenrand – so sah es in den letzten zwei Jahren in den Zeller Ortsteilen aus, während die Glasfaseranbindung vorangetrieben wurde. Foto: zVg

Zell - Die Versorgung mit schnellem Internet im Zeller Bergland schreitet voran. Die Stadt Zell gibt einen Überblick über die aktuell laufenden beziehungsweise bereits abgeschlossenen Maßnahmen in den Ortsteilen und den einzelnen Stadtbezirken.

Erklärtes Ziel des Zweckverbands Breitbandversorgung Landkreis Lörrach, dem auch Zell beigetreten ist, ist es, bis 2030 jedes Haus im Landkreis mit einem direkten Glasfaseranschluss zu versorgen. Rund 50 Projekte konnten bereits abgeschlossen werden. Derzeit baut der Zweckverband in rund 30 parallel laufenden Ausbauprojekten die unterversorgten Ortslagen im Landkreis aus.

Dort, wo die Versorgung am schlechtesten ist (zwischen 0 und 16 mbit/s) wurde der kommunale Ausbau zuerst gestartet. Dies gilt besonders für den ländlichen Raum im Zeller Bergland. Als Grundversorgung gilt aktuell eine verfügbare Bandbreite von 50 mbit/s im Download. Der Bandbreitenbedarf wird jedoch schon in wenigen Jahren bei 100 mbit/s bis zu 1000 mbit/s liegen, so die Prognose. Derartige Anbindungen seien nur mit einem flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes an jedes Haus möglich.

Das überörtliche Zuführungsnetz, das sogenannte Backbone, wurde nun auch größtenteils für das Zeller Bergland errichtet, was den Zugang zum weltweiten Datennetz mit großen Bandbreiten erlaubt. Aufsetzend auf dieses Backbone konnte in den einzelnen Teilorten ein Netz errichtet werden, das entweder als Zwischenschritt Kabelverzweiger der Telekom mit Glasfaserkabeln anbindet (Fiber To The Curb, FFTC) oder die Glasfasern bis direkt ins Gebäude des Endverbrauchers führt (Fiber To The Building, FFTB). Der Ausbau der Breitbandversorgung stellt hinsichtlich der FTTC-Ausbaustufe ein wichtiges Element der Grundversorgung dar, die FTTB-Ausbaustufe mit der Anbindung der Gebäude ist als „Kür“ zu betrachten, so die Stadtverwaltung.

In Mambach und Pfaffenberg sind die Glasfasernetze des Zweckverbands Breitbandversorgung in Betrieb genommen worden und die ersten Kunden sind online. Von Pfaffenberg aus versorgt wird zudem der Ortsteil Blauen, wo noch bis ins kommende Jahr gebaut wird. Ebenfalls an das Netz in Pfaffenberg angebunden sind die Weiler Käsern und Helblingsmatt. Hier ist eine Fertigstellung bis Ende des Jahres 2020 zu erwarten.

Nachdem das Netz in Adelsberg bereits vor einem Jahr fertiggestellt werden konnte, können nun auch die Bürger in Gresgen das Glasfasernetz nutzen. Für rund 100 Häuser konnte der Anschluss bis Ende Juli freigeschaltet werden.

Aufgrund von fehlerhaften Verlegungen der Leerrohre beim Tiefbau konnten in Gresgen aber rund 30 Anschlüsse noch nicht mit Glasfasern bezogen werden. Die notwendigen Nacharbeiten beim Tiefbau sollen in den Sommerferien erledigt werden. Im direkten Anschluss werden die Glasfaserkabel eingezogen und beschaltet. Bei gutem Fortgang der Mängelbehebung können die verbliebenen Anschlüsse bis Anfang Oktober gesamthaft in Betrieb genommen werden.

Ebenfalls fertiggestellt ist das Glasfasernetz bis an die Häuser in der Liebeck. Hier wurde das Glasfasernetz gemeinsam mit dem Ausbau der Nahwärme verlegt. Auch hier kann ab sofort mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 mbit/s gesurft werden.

In Atzenbach und am Zeller Leisenberg wurde die Internetversorgung ebenfalls verbessert. Im Gegensatz zu den anderen Zeller Ausbaugebieten wird hier die FTTC-Technik genutzt, was ab sofort eine Verbesserung der Bandbreite auf 50 mbit/s im Download bringt.

Auf den Glasfasernetzen bis ans Haus (FTTB) bieten der Netzbetreiber Pyür und das Unternehmen Stiegeler aus Schönau Endkundendienste an. Jeder, der einen Hausanschluss vom Zweckverband hat, kann einen der beiden Anbieter auswählen, um Internet, TV und Telefon zu beziehen. Auf dem FTTC Netz in Atzenbach und Zell-Ost ist Pyür einziger Anbieter, was mit der verbauten VDSL-Technik zu tun hat.

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