Zell im Wiesental Zustimmung mit Bauchschmerzen

Markgräfler Tagblatt, 16.05.2018 22:58 Uhr

Zell (hf). Die Preise für die Baugrundstücke im Baugebiet „Hintere Obermatt“ hat der Gemeinderat der Stadt Zell auf 295 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Gleichzeitig wurden bei diesem Verkaufspreis Ermäßigungen für bauwillige Familien mit Kindern vereinbart.

Laut Gemeindeordnung darf die Stadt Vermögen nur zum vollen Wert veräußern, erklärte Bürgermeister Peter Palme zum Beginn der Beratungen. Als „voller Wert“ gilt der Verkehrswert, nicht der Anschaffungswert. Beim Verkauf von Wohnbaugrundstücken ist vorstellbar, dass die Stadt gezielt junge Familien mit Kindern fördert.

Um dies zu erreichen legte die Stadt folgende Nachlässe auf den Kaufpreis wie folgt fest: Familien mit einem Kind erhalten einen Nachlass pro Quadratmeter von zehn Euro, mit zwei Kindern beträgt der Nachlass 20 Euro und bei drei und mehr Kindern liegt er bei 30 Euro pro Quadratmeter. Berücksichtigt werden nur Kinder, die zum Stichtag 30. April 2018 noch nicht volljährig sind und noch zuhause wohnen, sowie Kinder, die bis zum Abschluss des Kaufvertrags geboren werden.

Es gelten Bedingungen

Es gelten weiterhin die folgenden Bedingungen: Die Finanzierung des Bauvorhabens muss gesichert sein, und das Grundstück muss innerhalb von drei Jahren mit einem Wohngebäude bebaut werden. Mindestens eine Wohnung muss vom Bewerber für die Dauer von mindestens zehn Jahren selbst genutzt werden.

Für die SPD-Fraktion erklärte Fraktionssprecher Thomas Kaiser, seine Fraktion werde zustimmen, „wenn auch mit Bauschmerzen“. Die Baupreise seien in der jüngsten Vergangenheit extrem gestiegen. Aber für die SPD sei wichtig, dass die soziale Komponente mit den Nachlässen für junge Familien habe gesichert werden können. „Und wir sind zufrieden, dass die Grundstückspreise unter 300 Euro gehalten werden konnten“, so Thomas Kaiser.

Thomas Schmidt (CDU) teilte die „Bauchschmerzen“. Die Baupreise explodierten derzeit, räumte er ein. „Aber wir müssen beim Verkauf der Grundstücke auch an die städtischen Finanzen denken“, so Thomas Schmidt. Der Gemeinderat stimmte dem vorgeschlagenen Verkaufspreis mit den genannten Nachlässen und Bedingungen einstimmig zu.