Zell Zellaerosol muss bald schließen

Verena Wehrle
Die Tore der Zeller Firma Zellaerosol müssen wegen Insolvenz bald endgültig schließen. Foto: Verena Wehrle

War man Anfang Februar noch optimistisch, steht nun fest: Das Zeller Traditionsunternehmen Zellaerosol schließt. Für die Mitarbeiter wird es einen Sozialplan geben.

Nun also doch. Hatte der Insolvenzverwalter Anfang Februar im Gespräch mit unserer Zeitung noch zuversichtlich geklungen, ist nun klar, dass das Zeller Traditionsunternehmen  Zellaerosol bald schließen muss. „Die Suche nach einem Investor ist bedauerlicherweise gescheitert“, sagt Boris Sakowski, Kanzleikollege des Insolvenzverwalters, auf Nachfrage. Für die Mitarbeiter wird es einen Sozialplan geben.

Schließtermin noch unklar

Die Zeller Firma könne nun ihren Geschäftsbetrieb nicht mehr dauerhaft aufrecht erhalten, so Sakowski weiter. Wann genau die Türen für immer schließen, sei noch nicht sicher. Eine Schließung Ende Juni sei wahrscheinlich, hieß es. Doch zunächst würde der Insolvenzverwalter, die Kanzlei Grub Brugger aus Stuttgart, Verhandlungen mit dem Betriebsrat führen. Der Schließungstermin hänge auch von der Dauer der Ausproduktion ab. Bei dieser werden die bestehenden Aufträge der Bestandskunden noch ausgeführt

Folgen für die Mitarbeiter

Zellaerosol beschäftigt rund 80 Mitarbeiter. Kündigungen seien bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine ausgesprochen worden, versichert Sakowski. Die Mitarbeiter seien aber darüber informiert worden, dass die Verhandlungen gescheitert seien und welche Folgen das habe.

Der Sozialplan, der mit dem Betriebsrat noch ausgehandelt wird, sieht Regelungen vor, die die Folgen der Kündigung für die Mitarbeiter abfedern sollen. Dieser Plan ist in einem Insolvenzverfahren gesetzlich geregelt. Die Abfindung soll zunächst auf das 2,5-fache des Bruttoentgelts gedeckelt werden. „Diesen Rahmen werden wir auch voll ausschöpfen, hierzu werden wir nicht diskutieren“, verspricht Sakowski. Allerdings darf maximal ein Drittel der Insolvenzmasse für den Sozialplan verwendet werden. Wie viel am Ende also für die Mitarbeiter bleibt, hängt von der Höhe der Insolvenzmasse ab: „Wenn wir eine vernünftige Ausproduktion hinbekommen, gehen wir davon aus, dass genug für die Mitarbeiter übrig bleibt“, so Sakowski.

Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat sollen im Laufe des April abgeschlossen sein.

Hilfe bei der Jobsuche

Auch für die Zeit nach der Kündigung sollen die Mitarbeiter unterstützt werden. „Wir werden die Mitarbeiter selbstverständlich bei der Jobsuche unterstützen und Kontakte zu Arbeitsagentur und anderen Aerosol-Herstellern aus der Region knüpfen“, sagt der Insolvenzverwalter aus der Stuttgart.

Unternehmen mit Tradition

Für das traditionsreiche Familienunternehmen sei die Schließung ein schwerer Schlag, so Sakowski. 1960 gründeten Dr. Ernst Fessmann und Dr. Dieter Fessmann die Zellaerosol und gehörten damit zu den Pionieren der Aerosolbranche in Deutschland.„Doch die Konsolidierungen im Markt haben zur aktuellen Situation geführt“, erläutert der Insolvenzverwalter.

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