Binzen Kurse „rund um den Faden“

Weiler Zeitung, 10.09.2014 23:00 Uhr

Von Silke Hartenstein

Binzen. Handspinnerei in geselliger Runde und Kundengespräche auf dem Online-Marktplatz: Beides bringt Christina Günther-Fiedler locker unter einen Hut. Die Ehefrau des Binzener Pfarrers und Familienmanagerin im sechsköpfigen Haushalt ist als Textilkünstlerin „Mamalu & Lu“ in der realen und virtuellen Welt aktiv.

Seit 2012 leitet sie die Spinngruppe im evangelischen Gemeindehaus. Nun hat sie ihr eigenes, farbenfrohes Atelier im Pfarrhaus eingerichtet und bietet dort ab Oktober Spinn- und Strickkurse an. An den Kursen können bis zu fünf Handarbeitsfans teilnehmen, sagt die Ein-Frau-Unternehmerin: „Das ist eine Größe, bei der man schnell auf Fragen eingehen kann“.

Die Kurstermine könne sie erst festlegen, wenn sie die Stundenpläne ihrer schulpflichtigen Kinder habe, erklärt sie. Die Namen ihrer Kinder, Maja, Max, Lucie und Lukas, stecken auch hinter ihrem Label „Mamalu & Lu“. Mit drei Kindern startete sie als „Mamalu“ ihren Handarbeitsblog. Dann kam mit Lukas das „& Lu“ dazu, denn, so Günther-Fiedler: „Mamalulu hätte sich einfach blöd angehört“.

„Handarbeiten war immer schon mein Hobby“, meint die 39-jährige Pfarrerin. Als sie 2006 in Elternzeit ging, stieg sie intensiver ein in die Welt der Batts und Laces – so nennt man Kammzüge und Spitzenstrickerei in der modernen Handarbeitsszene. Das Handarbeiten erlebt Günther-Fiedler als entspannenden, produktiven Ausgleich zum lebhaften Alltag mit vier Kindern. Ihre besondere Liebe gilt der Handspinnerei: „Da kann man gut einen stressigen Tag loslassen“.

Um ihre Kreationen, darunter eigene Erfindungen wie das „Fadenfresserchen“ zu präsentieren und zu verkaufen, ist sie auf dem Holzener Kunsthandwerkermarkt präsent, auf den Online-Marktplätzen von DaWanda und Etsy und mit ihrem Blog mamalu-und-lu-spinnt.blogspot.de. Mittlerweile hat Günther-Fiedler ein Gewerbe angemeldet und sagt zum Internethandel: „Es wird gut angenommen und man hat auch Stammkunden“. Der Vorteil realer Märkte: „Ich bin ansprechbar und man kann meine Produkte befühlen“. Der Vorteil virtueller Märkte: „Ich spreche in einem großen Radius Leute an, die ein ganz bestimmtes Produkt suchen“.

Die Spinntreffs im Binzener Gemeindehaus, eine Veranstaltung der Kirchengemeinde, laufen weiter unter dem neuem Namen „Rund um den Faden“. Immer am ersten Montag im Monat von 14.30 bis 17.30 Uhr sind alle eingeladen, die gerne in Gesellschaft Handarbeiten machen.