Binzen Nicht nur für die Umwelt ein Gewinn

Weiler Zeitung, 12.08.2017 00:11 Uhr

Von Alexandra Günzschel

Seit fünf Jahren liefern fünf gemeindeeigene Dächer in Binzen beständig Strom aus Sonnenenergie. „Wir wollten als Kommune auch Vorbild sein“, erklärt dazu Bürgermeister An-dreas Schneucker. Zusammen mit Martin Völkle von der Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck, die die Anlagen betreibt, zog er jetzt eine äußerst positive Bilanz.

Binzen. Bis vor kurzen hieß die Genossenschaft übrigens noch Bürgersolar Hochrhein. Mit der Namensänderung hat man sich nun den Gegebenheiten angepasst. Denn die acht Mitgliedskommunen kommen aus dem gesamten Landkreis. Und neben der Solarenergie hat man nun verstärkt auch Wind- und Wasserkraft im Blick.

„Binzen war eine der ersten Gemeinden, die mit uns zusammengearbeitet hat“, erinnert sich Völkle. Er ist seit gut fünf Jahren im Vorstand der Genossenschaft. „Aus kleinen Anfängen ist etwas Großes geworden“, blickt er stolz zurück. Derzeit betreibt die Bürgerenergie Dreiländereck 46 Fotovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von rund 1245 Kilowatt-Peak (kWp). Rechnerisch können damit etwa 570 Haushalte versorgt werden.

In Binzen befinden sich die PV-Anlagen auf dem Feuerwehrgerätehaus, der Kinderschule, der Grundschule und dem Oberlin-Kindergarten. Das Potenzial ist damit ausgeschöpft. Die Dächer von Gemeindehalle und Grundschulneubau eignen sich nicht. Es wird also bei den rund 800 Quadratmetern Dachfläche bleiben, die die Gemeinde an die Bürgerenergie verpachtet hat.

Beim Blick auf die Fünfjahresstatistik sticht das sonnige Jahr 2015 heraus. Ein deutlicher Einbruch folgte, wenig überraschend, im verregneten Folgejahr 2016. Für das laufende Jahr indes zeichnet sich aktuell wieder ein sehr gutes Ergebnis ab.

Am meisten Strom produzierten die beiden Anlagen auf dem Feuerwehrgerätehaus. In der Summe kamen hier bisher 102 750 Kilowattstunden (kWh) zusammen, obwohl die zweite Anlage dort erst 2015 in Betrieb ging.

Aber auch die Anlagen der Kinderschule (93 118 kWh) und Grundschule (91 631 kWh) produzieren ordentlich Strom mit Spitzenleistungen von 20,4 kWp, an die die anderen Binzener Anlagen nicht heranreichen. Dabei hat sich das stärker geneigte Westdach der Grundschule sogar als effektiver erwiesen als das Süddach der Kinderschule. Das etwas schlechtere Ergebnis ist auf Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr zurückzuführen. Eine stärkere Neigung, so erklärt Völkle, begünstige den Selbstreinigungseffekt.

Hinzu kommen noch einmal 50 351 Kilowattstunden, die die kleinere Anlage auf dem Dach des Oberlin-Kindergartens trotz einer Dachsanierung im sonnigen Jahr 2015 bisher geliefert hat.

Ganz vorne liegt die Grundschule übrigens beim Eigenverbrauch. Etwa die Hälfte des dort produzierten Stroms wird vor Ort auch benötigt. Im Oberlin-Kindergarten ist es weniger als ein Drittel, und in der Kinderschule sogar weniger als ein Viertel. Mit Abstand am wenigsten Strom verbraucht das Feuerwehrgerätehaus.

Vorderster Beweggrund war für die Gemeinde der Klimaschutz. Dennoch freut sich Schneucker darüber, dass bei dieser Maßnahme „Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen“. Denn die Gemeinde profitiert dreifach: Zum einen über die Pacht für die Dächer. Außerdem bezieht sie den selbst verbrauchten Strom von der Bürgerenergie günstiger. Und nicht zuletzt profitiert Binzen als Mitglied der Genossenschaft mit einer Beteiligung von 100 000 Euro von den jährlichen Dividenden.

Die fünf Fotovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Dächern in Binzen kommen zusammen auf eine Leistung von rund 80 Kilowatt-Peak.

Die Gemeinde verpachtet die Dächer für jährlich 375 Euro an die Genossenschaft Bürgerenergie Dreiländereck.

Zusammen haben die Anlagen seit 2013 337 853 kWh Sonnenstrom produziert.

Der Eigenverbrauch lag bis Ende 2016 bei 78 521 kWh.

Es wurden rund 236 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

 
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