Efringen-Kirchen Schorle und Baströckchen

Weiler Zeitung, 29.01.2016 23:33 Uhr

„Olympia Ägringe“ – mit neun olympischen Ringen, einem für jeden Efringen-Kirchener Ortsteil – heißt das Motto am Dorfabend der Landjugend Egringen. Bei dem Kulttermin geht es wieder herrlich schräg zur Sache. Heute, Samstag, ist die letzte Möglichkeit, diese ganz besondere Abendunterhaltung zu erleben. Von Jutta Schütz Egringen. Fast 50 Akteure haben sich eingebracht und an Sketchen, Slapstick-Einlagen, Tänzen und der Theateraufführung gefeilt. Das Publikum im voll besetzten Rathaussaal hat Riesenspaß und ruft wiederholt nach Zugaben. Was sind praktische Überlegungen, wenn Opa mal eben auf den Friedhof fährt" Was wird im Lacheloch in Tieftauchmanier gesucht" Und wer braucht in Ägringe Drohnen" Die sind viel zu langweilig. Da bricht sich Markgräfler Erfindergeist in Form von schwebenden ferngesteuerten Bierflaschen Bahn. Daneben gibt es immer wieder die Seitenhiebe auf die olympische Konkurrenz aus den Teilorten. Im herrlichen Theaterstück „De Gesundheitsaposchtel“ wird der gesunden sportlichen Ernährung und deren Auswirkung auf den echten Markgräfler mit seiner Vorliebe für „Grumbiere-Salat und Schüfele“ breiten Raum geboten. Graubraune Vollkornspätzle, Salat ohne Essig und Öl, dafür nur mit Kräutern, kein Maggi mehr an der Suppe – Hausherr Fritzens Ehegespons ist auf dem Gesundheitstrip. Schuld daran ist Yoga-Guru Detlef Hutzelaub, der einen „Ägringer Gesundheitsverein“ gegründet hat und nun noch auf den Referenten Traugott Körnle vom Gesundheitsverband wartet, der auch den Rest der Bevölkerung auf den körnigen wahren Mahlzeiten-Weg bringen soll. Da wirken als vom Hausherrn aufgefahrene Gegenmittel nur noch Weißweinschorle und Mirabellenbrand in olympiareifen Rekordmengen. Den Darstellern Jonas und Carmen Kaufmann, Lukas Schopferer, Lea Aberer, Beat Köster, Daniel Wenk und Jürgen Herr souffliert Christine Frey. Und dann die Tänze und Lieder: Das Herrenballett präsentiert sich in griechischen Togen und wechselt dann zum hawaiianischen Baströckchen – ein echter Kracher. Die Laju-Mädchen wirbeln in weiß-schwarzem Outfit zu Schwarzlicht über die Bühne. Die Laju-Singers legen Schlager mit neuen Texten auf – ein Beispiel: „Wenn ein Bier nicht mehr nach Bier schmeckt, dann sind wir jenseits von Istein.“ Beim Hammerweitwurf sächselt es – die ostdeutschen Sportler haben hier aufgrund ausgefeilter Arbeitserlebnisse im DDR-Kombinat die Nase vorn. Am Rand des Golfplatzes schnippelt sich ein Gärtner mit der Handschere an der englisch gepflegten Rasenkante entlang. Und politisch aktuell wird es auch mit Liedadaptionen, die textkritisch rechtsradikale Gesinnungen entlarven. Dafür gab es viel Applaus. n Also: Heute nochmal hingehen – ab 19 Uhr ist Einlass im „Rothuus Ägringe“, ab 20 Uhr ist Beginn.