Grenzach-Wyhlen (rr). Das neue Wohngebiet am Hornacker soll ein Solargebiet werden. Architekt Rolf Disch aus Freiburg meint, dies könne das größte Solarwohngebiet der Welt sein und diesen Rang von Freiburg nach Grenzach-Wyhlen holen. Energiedienst möchte die Chance nutzen und für das gesamte Areal mit den bestehenden Wohnungen ein energetisches Gesamtkonzept erstellen.

Auf dem Hornacker können bis zu 130 Wohnungen entstehen, der erste Bauabschnitt könnte im Spätsommer 2016 bezugsfertig sein. Disch wird alle Gebäude als so genannte Energie-Plus-Häuser projektieren. Das heißt in jedem Haus werde dann drei Mal so viel Energie erzeugt, wie es selbst verbraucht.

Der Architekt sieht vor allem drei Felder für einen geringen Energieverbrauch: Stromverbrauch, Heizungen und Mobilität. Durch die vollständige Ausstattung aller Häuser mit Solarzellen werde es wohl dazu kommen, dass von hier aus ins Elektronetz eingespeist werde. Der Wärmebedarf – Disch sieht dies ohnehin als wichtigsten Teil aller Energieeinsparungen – liegt bei Energie-Plus Häuser sehr niedrig, für kalte Zeiten reicht dann eine zentrale Wärmequelle für alle Gebäude aus, auch könnte man Wärmepumpen zuschalten. Auf keinen Fall solle jedes Haus über eine eigene Heizanlage verfügen.

Der Hornacker liege günstig neben den Haltestelen des öffentliche Nahverkehrs, so seien mit wenigen hundert Metern Fußweg zwei Haltestellen der Omnibusse erreichbar und zur S-Bahn-Haltestelle Niederholz sei es gerade mal ein Kilometer. Daher vermutet Disch auch nur einen sehr geringen PKW-Verkehr, stattdessen würden wohl Fahrräder genutzt, zumal auf Basler Seite ein Anschluss an das dortige Radwegenetz zu erwarten sein.

Autos sollen auch nicht an den Gebäuden gepark werden, sondern unter dem Dach der Lärmschutzwand stehen. Energiedienst möchte nun die gute Energiebilanz des Neubaugebiets auf die angrenzenden Wohnungen auf der Südseite der Bahnstrecke ausweiten. Klaus Nerz von Energiedienst kündigte an, dass dazu ein so genanntes integriertes Konzept erarbeitet werde, dies könnte zu erheblichen Verringerungen des Energiebedarfs führen. So wäre es zum Beispiel bei verbesserter Wärmedämmung möglich, dass nicht jedes Haus eine eigene Heizanlage benötige.

Besonderheit dieses Projektes sei, dass es als erstes grenzüberschreitendes Energiekonzept Gebäude aus der Schweiz mit einbezieht, denn die Friedhofsgärtnerei und der Bauhof könnten angeschlossen werden. Das Gesamtprojekt ist förderfähig durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Um die erforderliche Analyse für die bestehenden Gebäude zu erstellen, ist die Mitarbeit aller Eigentümer und Bewohner erforderlich. Dabei sollen viele Einzelheiten der Projekte erläutert werden, dann erst beginnt die Suche nach den Möglichkeiten für jedes einzelne Gebäude. Auch der Investor des Neubaugebietes, die Basler Stiftung Abendroth, steigt mit ein und unterstützt das Konzept.

Gerade weil eine Vielfalt der Wohnungsgrößen für Familien, Alleinstehende oder auch Studenten angestrebt wird, sei das integrierte Energiekonzept besonders Erfolg versprechend, erkläre Christian Geser, Projektleiter in der Stiftung. Bürgermeister Jörg Lutz freute sich, dass für das Gesamtareal ein solches Konzept erarbeitet wird. Einbezogen werden sollen die Gebäude ab Hörnle 14 bis zum Ende der Straße.

Um die Bürger umfassend zu informieren findet am 4. November im Haus der Begegnung ein Beratungsabend statt, er beginnt schon um 18 Uhr mit einer kostenfreien Energieberatung und wird ab 19 Uhr mit der Präsentation des Konzeptes fortgesetzt.