Nach der sechsten Niederlage im achten Match der 3. Bundesliga Süd ist Trainer Igor Bojic der Kragen geplatzt: Das Chaos habe auf dem Spielfeld regiert. Er ärgerte sich darüber, dass seine Schützlinge weder zugehört hätten, noch konzentriert bei der Sache gewesen wären. Für ihn, den Perfektionisten, ein absolutes No-Go. Für die Handballerinnen des TV Brombach geht das Abenteuer unterdessen weiter. Und zwar in Bayern. Gegner ist am Samstag, 17 Uhr, auswärts der HCD Gröbenzell.

Lörrach. Die Ansprache am Dienstag fiel aus. Zu wenige Spielerinnen tummelten sich aus verschiedenen Gründen im Training. Gestern aber gab es deutliche Worte von Bojic und eine eindringliche Videoanalyse von der Partie gegen Korb. „Am Sonntag war er sehr stinkig, jetzt war er wieder besser drauf“, sagt sein Assistent Andreas Storz. Was Bojic besonders auf die Palme brachte, waren sage und schreibe 28 technische Fehler seiner Schützlinge. „15 Kontertore haben wir gefangen, deshalb hatte er einen dicken Hals. Schließlich legt er ja besonderen Wert auf die Defensive.“

28 technische Fehler – damit kann man in der 3. Bundesliga nicht mal einen Blumentopf gewinnen. „In den Spielen zuvor waren es höchstens 15, meist sogar weniger“, macht Storz klar. In diesen Partien ging es auch bis zum Ende eng zu. Nun also machten die vielen Kontertore dem TVB einen dicken Strich durch die Rechnung. „Über fünf, sechs einfache Treffer nach Kontern sorgen dafür, dass es unheimlich schwer wird, wenn sich zwei Teams auf Augenhöhe begegnen.“

„Einstellungssache“ sei das, glaubt Storz. Das gelte auch für die 14 Gegentore in der ersten Hälfte. „Das sind zu viel. Und wenn man sich die Videos betrachtet, dann sieht man deutlich, dass man eine Handvoll besser hätte verteidigen können“, so der Torwarttrainer. Besonders deutlich wird die schlechte Abwehrarbeit, wenn man sich vor Augen führt, dass der TVB im gesamten Spiel nur sehr, sehr wenig Würfe über Außen zugelassen hat. Und über die Außenpositionen Treffer zu erzielen, gilt als besonders schwer. Da der Winkel sehr spitz ist.

Dagegen stehen viel zu viele Treffer durch den Mittelblock. Dessen Qualität war im Vorfeld bekannt und klar angesprochen worden. „Wir hätten Nagler & Co. viel besser unter Kontrolle haben müssen“, sagt Storz. Das habe man aber nicht geschafft. Vanessa Nagler „nagelte“ das runde Leder gleich 17 Mal in die Maschen.

Herde und Gruber nicht dabei

Da gelte es nun den Hebel anzusetzen. Zumal in den Reihen der Gröbenzeller mit Aline Fischer eine weitere Top-Torjäger steht. 60 Treffer gehen auf ihr Konto. In der Wittelsbacher-Halle in Fürstenfeldbruck wartet der Tabellenvierte (sechs Siege, zwei Pleiten) und damit für Storz einer der drei Top-Titelfavoriten. Deshalb gilt es, die vierstündige Anfahrt schnell aus den schweren Beinen zu bekommen. Die Brombacherinnen werden bereits früh am Morgen aufbrechen. Storz hofft, dass seine Schützlinge diesmal auch mental voll bei der Sache sind. „Wir müssen mit dem Kopf dabei sein“, sagt er. Die TVB-Mädels müssen sich bereits im Bus in den „Tunnel“ begeben und sich intensiv mit dem Spiel auseinandersetzen.

Personell: Sabrina Herde und Sabrina Gruber werden die längste Auswärtsfahrt der Saison in die Nähe von München mit dem Tabellen -Vorletzten (ein Sieg, zwei Temis, sechs Pleiten) nicht mitmachen