Von Alexandra Günzschel

Als derzeit größte Herausforderung benannte Bürgermeister Dr. Christian Renkert in seiner Begrüßungsrede bei der Mitgliederversammlung der Kanderner CDU die Integration der Flüchtlinge. „Wir sind auf einem guten Weg“, zeigte er sich optimistisch und lud zum Info-Abend mit Landrätin Marion Dammann heute Abend um 20 Uhr im Bürgersaal (Bibelisgasse) ein.

Kandern. „Wir müssen im Dialog bleiben“, sagte der Bürgermeister im Hinblick auf die Unterbringung von Flüchtlingen. In Kandern soll nun eine Gemeinschaftsunterkunft für 100 Personen errichtet werden. Vor allem darum wird es bei der Informationsveranstaltung heute Abend gehen, zu der das Landratsamt Lörrach und die Stadt Kandern gemeinsam einladen.

Renkert sprach aber auch noch weitere Themen an, die Kandern derzeit beschäftigen. So steht das Feuerwehrgerätehaus, das nach einem Brand wieder neu aufgebaut werden musste, kurz vor der Fertigstellung. „Durch den Neubau und die neue Ausrüstung haben wir ein Mehr an Sicherheit gewonnen“, so das Fazit des Bürgermeisters.

Über den Kindergartenneubau auf dem Forsthausareal soll die Bevölkerung Renkert zufolge noch einmal eingehend informiert werden.

Auch die Baulandentwicklung werde den Haushalt belasten, stelle aber eine gute Entwicklung für die Zukunft sicher, sagte er. Weiterhin sah Renkert das Gemeinschaftsschulprojekt an der August-Macke-Schule auf einem guten Weg.

Als wertvollen Ratgeber bei vielfältigen Fragestellungen, der immer präsent gewesen sei, lobte Renkert den für Kandern zuständigen CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Patrick Rapp. Er sprach im Anschluss zu der Versammlung.

Patrick Rapp lobte die Kommunalpolitiker. Sie würden sich auch für Dinge über das hinaus, was sie persönlich betrifft, einsetzen und seien eine „ganz wichtige Stütze für das Funktionieren der Gesellschaft“. Aber auch zur Bewältigung der Flüchtlingssituation sei das Ehrenamt nicht zu unterschätzen. „Ohne das ehrenamtliche Engagement in den Kommunen wäre die Bundesrepublik komplett überfordert“, zeigte sich Rapp überzeugt.

Rapp zeigte auch Verständnis für die Ängste und Sorgen in der Bevölkerung. Mit Pegida habe es auch in Kandern den Versuch gegeben, diese zu instrumentalisieren. Der Landespolitiker sprach sich in Sachen Zuwanderung für eine differenzierte Betrachtungsweise aus. „Natürlich nehmen wir Menschen auf, die vor Terror, Krieg und Gewalt fliehen“, aber man dürfe die Gesellschaft auch nicht überfordern, nur dann habe man die Chance, Integration, Schutz und Unterkunft zu bieten.

Gemeinschaftsschulen werden nicht geschlossen

„Von uns wird keine Gemeinschaftsschule geschlossen“, so die klare Ansage Rapps für den Fall eines Regierungswechsels. Ihr Erfolg stehe und falle – wie bei anderen Schularten auch – mit dem Lehrpersonal. Rapp sprach sich dafür aus, alle Schultypen so auszustatten, dass sie ihre Arbeit erfolgreich fortsetzen könnten.

„Nicht nur der höchste Bildungsweg führt zum Erfolg“, meinte Patrick Rapp nach dem Wegfall der Grundschulempfehlung und dessen Folgen gefragt. Die weiterführenden Schulen sollten die Möglichkeit haben mitzureden, falls Schüler sich als überfordert erweisen würden, meinte er.