Kreis Lörrach „Amerika tickt einfach anders“

Die Oberbadische, 09.11.2016 19:23 Uhr

Nicht wenige Menschen waren über den Wahlsieg von Donald Trump schockiert, selbst die Börse reagierte auf die Nachricht über seine Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Wahlausgang wird von Politik und Wirtschaft kritisch bewertet. Von Dominik Vorhölter Kreis Lörrach. Die Wirtschaft reagierte zum Zeitpunkt der Verkündigung des Wahlsiegs von Trump mit Währungsschwankungen und Ölpreissprüngen. Dies waren aktuelle Reaktionen, deren Bedeutsamkeit auch für den Landkreis Lörrach nicht zu unterschätzen sind, erklärte Christian Wulf, Sprecher der IHK-Hochrhein Bodensee. „Für unsere exportierenden Unternehmen zählen die USA zu den wichtigsten Handelspartnern.“ Trump hatte während seines Wahlkampfes angekündigt, wieder Handeszölle einzuführen. „Dies wird mittelfristig negative Auswirkungen auf die Wirtschaft in unserer Region haben“, befürchtete Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel. Auch in den Reihen der Landes- und Kreispolitiker war die Bestürzung über den Sieg Trumps groß. „Populismus wird leider immer mehr salonfähig, da müssen wir etwas machen“, kommentierte Landtagsabgeordneter Reiner Stickelberger (SPD) die Entscheidung der amerikanischen Wähler. Es gelte jetzt mehr denn je, sich sachlich mit den Argumenten von populistischen Kräften wie der Schweizer SVP oder der AfD auseinanderzusetzen, zog Josha Frey, Landtagsabgeordneter der Grünen, Konsequenzen aus dem Wahlergebnis. Dagegen zeigte sich Armin Schuster, Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Lörrach – Müllheim weniger überrascht. „Die Amerikaner haben mit der Wahl Trumps erhebliche Kritik an ihrem gesellschaftlichen und politischem System geäußert“, stellte er fest. Schuster rechnete aber nicht mir großen Veränderungen: „Das Amt des Präsidenten ist stärker als die Person.“ Die in Basel lebende Amerikanerin Vivan Beetle zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung schockiert: „Ich erkenne mein Land nicht mehr wieder, es scheint, als gebe es zwei Amerikas.“ Die ehemalige Roche-Mitarbeiterin blickt besorgt nach Amerika. „Ich weiß nicht, was passieren wird, aber Basel ist meine zweite Heimat“, verriet die 68-Jährige.

 
 

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