Von Michael Werndorff

Kreis Lörrach. Rund 120 angehende Pädagogen haben sich gestern im Rahmen des Medienkompetenztages am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Lörrach mit den Chancen und Risiken der Nutzung neuer Medien in der Schule auseinandergesetzt. 25 Referenten waren vor Ort, die das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten.

Kaum jemand kommt heutzutage noch ohne die elektronischen Helfer aus. Ob im Privat- oder Berufsleben: Digitale Medien finden sich in allen Lebensbereichen, auch in der Schule. Junge Menschen gehen inzwischen ganz selbstverständlich mit Smartphones, Tablets, Notebooks oder Softwareprogrammen und Internet um – die neuen baden-württembergischen Bildungspläne, in denen Medienbildung ein Leitprinzip darstellt, sollen dieser gesellschaftlichen Entwicklung jetzt Rechnung tragen.

Ziel der Veranstaltung war es, durch ein vielfältiges Programm die Medienkenntnisse von Lehrern, Referendaren und pädagogischen Fachkräften aller Schularten in Theorie und Praxis zu erweitern und Anregungen zu geben, wie Schüler im Umgang mit digitalen Medien geschult werden können, heißt es von Seiten der Verantwortlichen.

„Medienbildung ist Teil eines jeden Schulfachs“, erklärte Felix Kehl, Leiter des Lörracher Kreismedienzentrums, im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie das aussehen kann? „Selbst im Sportunterricht können Smartphones sinnvoll zum Einsatz kommen.“ Bewegungsabläufe aufzuzeichnen und diese anschließend zu analysieren, sei eine Nutzungsmöglichkeit, sagte Kehl. „Allerdings ist es Aufgabe der Schulen, Möglichkeiten auszuloten und diese dann in das eigene Portfolio aufzunehmen“, ergänzte Stefan Eigel, Fachleiter Medienpädagogik. „Die Konzepte müssen sich die Schulen erarbeiten“, eine Verbindlichkeit bestehe aber erst mit Einführung der neuen Pläne.

Der Medienkompetenztag kann als Impulsgeber verstanden werden, denn „hier holen sich die Referendare Ideen, die später im Unterricht umgesetzt werden und können ein Konzept erstellen“, wissen die Organisatoren. Daher habe man bewusst vermieden, thematische Schwerpunkte zu setzen. Denn: „Das Angebot soll so vielfältig wie möglich sein“, betonte Eigel.

Auch gibt es spezielle Angebote für Grundschulen, erläuterte Kehl, der einen Vortrag über Lernsoftware in der Grundschule hielt. Bereits in der 3. oder 4. Klasse könne Software zum Einsatz kommen, wobei bei den jungen Schülern weniger der Umgang mit der PC-Hardware als vielmehr das Recherchieren und Erstellen von Texten für eine Homepage Anwendungsmöglichkeiten darstellen. Schließlich hätten sich die neuen Bildungspläne im Grundschulbereich verstärkt niedergeschlagen, sagte Kehl.

Die Veranstaltungen reichten vom konkreten Medieneinsatz im Unterricht über den kreativen Umgang oder den Nutzen für den Fremdsprachenunterricht bis hin zu Themen polizeilicher Prävention. Das Interesse war seitens der angehenden Pädagogen groß, bilanzierten die Organisatoren. Aber nur wenige erfahrene Lehrer lockte das Angebot.