Kreis Lörrach Land lässt Bürger fallen

Die Oberbadische, 30.03.2014 23:01 Uhr

Kreis Lörrach (anl). Die Aussage von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, dass das Land Baden-Württemberg beim Ausbau der Rheintalbahn die Tieferlegung des Güterverkehrsgleises definitiv nicht unterstützen will, stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Bürgerbündnisses Bahn Markgräflerland (bbM) am Freitag in Auggen.

Auggens Bürgermeister Fritz Deutschmann, der mit Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich ein Gespräch mit der Landrätin des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, Dorothea Störr-Ritter, und der Regierungspräsidentin geführt hatte, fasste das Ergebnis des Gesprächs z zusammen. „Ich bin der Regierungspräsidentin dankbar für diese offenen Worte. Wir haben um eine definitive Stellungnahme gebeten und diese jetzt bekommen“, sagte er und ergänzte:„Jetzt wissen wir, dass wir in unserem eigenen Bundesland keine Unterstützung für eine bürgerfreundliche Lösung bekommen.“ Dies sei umso tragischer, als dass die Europäische Union jetzt einen Zuschuss von 40 Prozent für den Ausbau der Rheintalbahn zur Verfügung stellen wolle und die Tieflage ohne Mehrkosten für Bund und Land möglich wäre. „Wir bekommen keine Antwort aus Stuttgart, die Zeit verrinnt und der Verkehrsminister tingelt durch Talkshows, um nicht abgerufene Fördergelder für den Straßenbau zu rechtfertigen. Zum Jahrhundertbauwerk Rheintalbahn hört man nichts“, stellte der Auggener Bürgermeister fest. Trotzdem zeigte sich Deutschmann zuversichtlich. Auch bei der Tieflage lasse sich die Bedingung für die EU-Zuschüsse, ein Baubeginn bis zum Jahr 2020, einhalten. „Entscheidend ist der Spatenstich“, betonte er. Zumal das Bürgerbündnis gemeinsam mit der Bürgerinititative MUT (Menschen- und umweltfreundliche Bahntrasse) und der IG Bohr eine verbesserte Planung vorgelegt hat, die Konsens in der Region findet.

Zwar sei der Ausbau der Rheintalbahn Sache des Bundes, allerdings brauche man die Unterstützung des Landes, da die Beschlüsse im Projektbeirat einstimmig fallen, verdeutlichte bbM-Vorstandssprecher Stephan Kritzinger das Problem der fehlenden Unterstützung durch das Land.

Unter dem Titel „unsere beste Lösung“ stellte Gerhard Kaiser von der MUT eine Planung vor, die neben optimalem Lärmschutz – kein passiver Lärmschutz ist erforderlich – durch die Tieferlage zahlreiche weitere Vorteile bietet, angefangen von einem geringeren Flächenverbrauch über geringere Baukosten bis hin zu einer leistungsfähigeren Güterverkehrstrasse die der Bahn jährliche Mehreinnahmen von zehn Millionen Euro beschert, in dem fast doppelt so viele Güterzüge durch den Katzenbergtunnel geschleust werden können, wie bei der Antragstrasse der Bahn.

 
 

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