Kreis Lörrach Studieren in Deutschland und Frankreich

Die Oberbadische, 20.02.2016 07:12 Uhr

Von Saskia Scherer Kreis Lörrach. „Frankophile Schüler abholen“ will die DHBW Lörrach mit ihrem neuen binationalen Studiengang „Regio Informatica“. Dieser bietet Informatik, Betriebswirtschaftslehre und Auslandserfahrung in einem. Der Studiengang ist eine Kooperation der DHBW mit der französischen Université de Haute-Alsace. Abwechselnd wird dann an der Hochschule (in Frankreich oder Deutschland) und im Unternehmen studiert – mit monatlichem Gehalt. Das Studium dauert sechs Semester. Etwa die Hälfte der Zeit wird an der Hochschule verbracht, die andere Hälfte im Unternehmen. Vier Semester befinden sich die Studenten in Lörrach und zwei Semester in Frankreich. „Wir haben 127 Partner allein für die Informatikstudienrichtung“, informierte Jan Olaf, Studienzentrumsleiter IT-Management und Informatik, gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. Das Bestreben der DHBW sei, Plätze zu besetzen, da vergangenes Jahr viele offen geblieben seien und man dieses Jahr noch deutlich mehr nicht besetzte Plätze befürchte. „Wir wollen ein Angebot liefern, das auf den Markt passt“, erklärte Studiengangsleiter Klemens Schnattinger. Das Interesse an französisch sprechenden Informatikern sei groß. „Viele Unternehmen stellen Franzosen aufgrund des Fachkräftemangels auf deutscher Seite ein“, sagte Schnattinger. Mit dem neuen Studiengang wolle man ein „Sahnehäubchen“ anbieten. Die Studenten können so verschiedene Bereiche miteinander verknüpfen. Manchen reiche ein reines Informatikstudium nicht, so käme auch noch die interkulturelle Kompetenz hinzu. „Wir sind sehr überzeugt, dass wir so Studenten anziehen können, die wir sonst nie erreichen würden“, meinte Schnattinger. Vielleicht würden sich sogar Schüler aus anderen Regionen bewerben. Auf dem Plan stehen Vorlesungen wie Programmierung, Mobile Apps, Marketing, Buchführung, interkulturelles Projektmanagement, interkulturelle Kompetenzen und Mathematik. Geplant ist ein Tandem-Konzept. Jeder Student bekommt einen anderssprachigen Partner. „Das hilft beim Sprung ins kalte Wasser“, sagte Olaf. „Die Studenten gehen die Themen gemeinsam noch einmal durch, so dass es sich sowohl fachlich als auch sprachlich setzt.“ „Viele Studenten erkundigen sich nach der Zukunftssicherheit“, berichtete Studiengangsmanagerin Ulrike Menke. Die Informatik stehe auf jeden Fall dafür und sei in Verbindung mit BWL noch wertvoller. „Und auch Auslandserfahrung ist gefragt“, sagte Menke. Neben Deutsch und Französisch ist auch Englisch ein fester Bestandteil des Studiengangs, ergänzte Olaf. Beworben wird der Studiengang auch bei der Lörracher Bildungsmesse „Cult“, die am 4. und 5. März stattfindet. „Dort sind wir vertreten und unser französischer Partner hat einen eigenen Stand“, sagte Olaf. Auch trinationale Studiengänge wie Mechatronik und International Businessmanagement werden vorgestellt.