Kreis Lörrach Viel mehr als ein Babysitter

Die Oberbadische, 11.08.2017 17:30 Uhr

Von Martina Proprenter

Den einen Grund, sich Hilfe durch Familienpaten zu suchen, gibt es nicht. Ob Alleinerziehende, frisch Zugezogene oder Eltern von kranken Kindern: Das Präventionskonzept für sehr frühe Unterstützung vermittelt Ehrenamtliche an Eltern von unter Dreijährigen, finanziert vom Landkreis.

Kreis Lörrach. Der letzte Ausbildungskurs des Kinderschutzbundes Schopfheim hat gerade erfolgreich abgeschlossen. Sieben Frauen zwischen 36 und 71 Jahren freuen sich darauf, das Gelernte in der Praxis anwenden zu können.

Derzeit sind 39 Familienpaten im Einsatz, davon drei Männer. Was sich nach viel anhört, wird mit Blick auf die Größe des Landkreises relativiert. Dieser reicht von Kandern bis Weil am Rhein, vom Todtnauberg bis Rheinfelden. Im Schnitt melden sich drei Familien pro Monat, die Unterstützung wollen. In Schopfheim, Maulburg, Steinen und Weil am Rhein könnten direkt Helfer vermittelt werden.

Aus Datenschutzgründen darf Koordinatorin Ute Bokelmann keine Details nennen, erzählt aber von den häufigsten Gründen, aus denen sich Familien an sie wenden. Oft sind bereits Geschwisterkinder da, während der Ehemann arbeite, wisse die Frau oft nicht, wie sie direkt nach der Geburt die Familie managen solle. Der Einsatz der Familienpaten ist daher „ein Zeitgeschenk“, so Bokelmann, „die Familienpaten sind sehr viel mehr als Babysitter.“ Denn diese sollen die gesamte Familie im Blick haben, sogenannte „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten.

Ein Recht auf Unterstützung haben Familien bereits seit dem Jahr 2012. Damals wurde die Bundesinitiative „Frühe Hilfen“ gestartet, die in jedem Bundesland landesspezifisch umgesetzt wurde. Im Landkreis Lörrach gibt es zwei Fachstellen in Lörrach und Rheinfelden, an die sich Familien mit Kindern unter drei Jahren wenden können. Alle Hilfsangebote sind im Informationsportal „Palette“ gebündelt, mit Angaben zu den Ansprechpartnern in den Gemeinden und Städten.

Im September wird die Koordinatorin ihren Posten an Anja Sethmann-Laudert übergeben, die bereits bei der Erarbeitung des Konzepts mitgewirkt hatte.

 
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