Lörrach Anfangserwartungen übertroffen

Die Oberbadische, 19.05.2017 12:07 Uhr

Von Bernhard Konrad

Die Firma Kaltenbach blickt optimistisch in die Zukunft: Die Bankschulden sind beglichen, die Auftragslage übertrifft die Erwartungen – nicht nur bei der Fachmesse IPS, die derzeit auf dem Gelände des Traditionsunternehmens stattfindet.

Lörrach. „Man hört gute Nachrichten“, sagt der Journalist zu einem langjährigen Mitarbeiter beim gestrigen Rundgang über die Messe „International Partners in Steel“. Daumen hoch – das war in den vergangenen Jahren immer seltener bei den Kaltenbach-Beschäftigten zu sehen: „Sehr gute Nachrichten!“ Dann legt der Mann die Hand an den Mund: „Hoffe ma, s’bliebt so.“

Diese Hoffnung lässt sich derzeit mit Zahlen ebenso unterfüttern wie mit einem Versprechen der Investoren der Zobel Values AG, deren Vertreter Olav Noack und Magnus Göpel gestern abermals die Langfristigkeit ihres Engagements betonten. Die familiengeführte, weltweit tätige Zobel Values AG mit Tradition im Maschinenbau hat die Lörracher Firma Ende des vergangenen Jahres zu 90 Prozent übernommen. Zwischenzeitlich sind sämtliche Bankverbindlichkeiten abgelöst. Die Gesamtauftragslage liege derzeit 40 Prozent über dem Vorjahr und damit 20 Prozent über Plan, so Göpel. Auch während der Stahlmesse wurden schon nach den ersten beiden Tagen die täglichen Ziele um über 40 Prozent übertroffen.

Rund 1200 Gäste aus 40 Ländern werden zur Messe erwartet. Kaltenbach bildet mit dieser alle zwei Jahre gemeinsam mit zahlreichen Partnern die vollständige Prozesskette für den Stahlbau und -handel ab. Dabei werden nicht nur gute Geschäfte aufgegleist, sondern auch abgeschlossen, wie Jochen Hartwig, Sprecher der Kaltenbach-Geschäftsführung, Vertriebschef Matthias Rummel und Sven Wilkens (Leiter Service) unisono betonten. „Das Engagement der Zobel Values AG wirkt sich sehr positiv aus“, sagte Rummel beim Mediengespräch.

Das Vertrauen in die Marke Kaltenbach ist offenbar nach wie vor stark. Dies belege auch eine anonyme Kunden-Umfrage, sagte Göpel. Der Lörracher Hersteller von Maschinen für die Bearbeitung von Stahl, Aluminium und anderen Metallen gelte noch immer als globaler Technologie- und Qualitätsführer, der bei dieser Befragung auch im Vergleich zur Konkurrenz am besten abgeschnitten habe.

Zobel Values wolle Kaltenbach systematisch weiterentwickeln, betonte Göpel. Mit rund 600 Millionen Euro Umsatz in verschiedenen Unternehmen ist der bayerische Global Player ein finanzstarker Haupt-Eigentümer. Indes betonte Noack mit Blick auf Prozesse, Transparenz, Führungs-Fragen sowie Industrie 4.0: „Wir haben noch eine Menge Hausaufgaben zu machen.“ Unterdessen erhöht Kaltenbach die Produktivität, etwa mit Plattformlösungen – ähnlich wie in der Autoindustrie – und innovativen Maschinen, die unterschiedliche Arbeitsabläufe gleichzeitig bewältigen. Die Produktqualität muss überzeugen: Eine neu entwickelte Hochleistungsmaschine kann alles in allem um die 900 000 Euro kosten.

Gegenwärtig arbeiten 270 Beschäftigte in Lörrach, weitere Mitarbeiter sind an Standorten in Holland und im Elsass tätig. Insgesamt sind rund 400 Mitarbeiter für die Kaltenbach-Gruppe im Einsatz. Auch das Thema „Service“ wurde forciert: Etliche Vertriebsfirmen agieren weltweit für die Kunden. Dabei spielen Themen wie Digitalisierung und die Einbindung der Kaltenbach-Produkte in die Netzwerke der Unternehmen eine wichtige Rolle. Mittlerweile ist auch das China-Geschäft „auf sehr gutem Weg“, so Hartwig. Gleichzeitig entwickelten sich auch andere Märkte sehr gut. Hartwig und Rummel sind optimistisch: „Alles deutet darauf hin, dass die positive Entwicklung anhält.“

 
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