Lörrach Der wichtige Mann im Hintergrund

Die Oberbadische, 26.02.2014 21:03 Uhr

Von Karl-Heinz Klettke

Lörrach-Haagen. Wenn in diesen Tagen die letzte Staffel der Lörracher Zunftabende läuft, gibt es einen Zunftmeister, den man kaum als Besucher zur Kenntnis nimmt. Er heißt Lukas Grussenmeyer und steuert Ton und Licht.

Seit er 2009 als Stift, vom Bandleader Rolf Hauser empfohlen, zur Zunft kam, gehört der Stettener dazu und wird kaum bemerkt. Seit dem Zunftabend 2010 ist der 45-Jährige, im Hauptberuf technische Kontrolleur bei der SBB-Cargo, für den guten Ton verantwortlich. Er sitzt in einer abgeteilten Kabine auf der Empore und hat die Halle im Blick.

Schon vor 20 Uhr hat er sein Equipment durchgecheckt. Sein Regiepult umfasst zwei Monitore, einige Schalterstreifen, zwei Mischpulte und etliche Zusatzschalter. Von ihm hängt es ab, ob der Vorhang aufgeht, der Ton richtig, also ohne Rückkoppelung, übertragen wird, sowie die Beleuchtung in der Halle und auf der Bühne dem jeweiligen Geschehen angepasst ist.

Während seine Kollegen noch in der Halle Gäste begrüßen oder in der Maske den „Gesichtsanstrich“ für ihren ersten Auftritt erhalten, geht er ganz konzentriert den Regieplan durch. Diese Konzentration muss er hoch halten.

Die spielenden Kollegen haben ab und zu Zeit für einen kleinen Plausch zwischen den Auftritten. Gegenseitiges Foppen oder flapsige Bemerkungen wie: „Hast Du Deinen Hänger heute wieder eingebaut?“, sind normal. Auch Bemerkungen zu dem einen oder anderen Besucher sind nicht ausgeschlossen. Aber davon darf keine Silbe über den Verstärker in den Saal gelangen. Auch dafür trägt Grussenmeyer die Verantwortung. Jeder der Zunftspieler hat für den ganzen Abend ein Headset, also ein Mikrophon am Kopf und den Sender in der Hosentasche.

An Lukas Grussenmeyer liegt es dann, das Mikro zu öffnen, wenn der Spieler dran ist. Die Lautstärke ist zwar vorher mit einem Zeichen auf dem Mischpult festgelegt. Aber nicht jeden Abend ist jeder Spieler gleich drauf. Darum muss nachreguliert werden. Dafür läuft auf dem einem Monitor der Text Wort für Wort mit. So kann der Ton optimal im Saal ankommen.

„Wenn mich keiner bemerkt, habe ich alles richtig gemacht“

An der richtigen Stelle muss der richtige Scheinwerfer leuchten oder der Vorhang zugehen. Wenn das den ganzen Abend immer klappt, dann ist der Techniker zufrieden. Ganz bescheiden betont er: „Wenn mich keiner bemerkt, habe ich alles richtig gemacht.“

 
 

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