Lörrach Kinoteam strebt Quantensprung an

Die Oberbadische, 16.11.2014 17:50 Uhr

Von Markus Greiß Lörrach. Zuletzt hatte es geharzt beim Free Cinema. Das einzige von ehrenamtlichen Jugendlichen geführte kommunale Kino Europas litt unter Mitgliederschwund, weil mehrere Mitstreiter nach ihrem Schulabschluss ausgeschieden waren. Das achtjährige Gymnasium mit seiner großen zeitlichen Belastung tat ein Übriges, dass zeitweilig nur wenige Neumitglieder dazu stießen. Am Samstagabend präsentierte sich nun ein neues, wieder aufgestocktes Free-Cinema-Team. Die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren empfingen beim „fRE-Opening“ eine Reihe von Stadtvertretern in ihrem „Filmcafé“, bevor der 1. Vorsitzende Philipp Rimkus im Vorführraum des Kinogebäudes im Flachsländerhof seine Philosophie vorstellte und um Unterstützung warb. Auch unter der neuen Regie will das 1972 gegründete Free Cinema Filme jenseits des Mainstream der kommerziellen Kinos zeigen. Von diesen hebt es sich zusätzlich durch den günstigen Eintrittspreis von drei Euro ab, der auch weniger finanzstarken Zuschauern große Kinoerlebnisse erlauben soll. Für den Kinobetrieb steuert die Stadt jährlich 2500 Euro bei. Zusätzliche Unterstützung gibt es von der Sparkasse. Das reicht gerade, um die wöchentlichen Kinovorstellungen (jeweils Freitag bis Sonntag um 20 Uhr), die drei Filmabende beim Hof-Open-Air im Frühsommer sowie ein weiteres großes Open Air auszurichten, das bisher zweimal auf dem Marktplatz und einmal im Parkschwimmbad stattfand. Für größere Investitionen fehlt Geld, und die stehen laut Rimkus im Zuge der Digitalisierung der Kinobranche an: Weil die Filmverleiher neue Filme nicht mehr auf Filmrollen liefern, kommt der kinoeigene Projektor nur noch bei Nostalgievorführungen zum Einsatz. Notgedrungen greift das Team momentan auf Filme auf Blue-Ray-Discs zurück. Ihre Nachteile liegen aber in einer schlechteren Qualität und in der eingeschränkten Filmauswahl. Deshalb will das Kino auf moderne Festplattentechnologie umstellen – Kostenpunkt rund 30 000 Euro. Um diesen Betrag stemmen zu können, müssten außerstädtische Fördertöpfe angezapft werden – etwa EU-Fördermittel, wie ein Stadtrat anregte.

 
 

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