Lörrach Nach Unwetter:  Ärmel hochkrempeln und aufräumen

Die Oberbadische, 07.07.2014 23:03 Uhr

Von Alexander Anlicker

Lörrach. Das heftige Unwetter am Sonntagnachmittag hinterließ in Lörrach zahlreiche Verwüstungen mit entwurzelten Bäumen und einer Vielzahl abgerissener Äste (wir berichteten). Im und am Parkschwimmbad wurden mindestens 20 Fahrräder und einige Autos durch Äste beschädigt. Auf der Liegewiese wurden Bäume entwurzelt.

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„Dass trotz der massiven Sturmschäden keinem etwas passiert ist, haben wir einem Mann zu verdanken: dem Schwimmmeister Frank Gaude“, schrieb unsere Leserin Birgit Palkowski in einer E-Mail. „Hut ab vor der Erfahrung, dem Gespür fürs Wetter und der Reaktion.“

„Wir haben sehr großes Glück gehabt, dass das Personal frühzeitig und umsichtig reagiert hat“, betonte der Leiter der städtischen Bäder, Thomas Wipf und ergänzt: „Dafür sind wir in der Vergangenheit öfters kritisiert worden, wenn das Bad wegen schwarzer Wolken am Tüllinger geräumt wurde.“

Am Montag wurde mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden gearbeitet, so dass das Bad am heutigen Dienstag ab 10 Uhr wieder öffnen kann. Lediglich das Frühschwimmen muss heute noch ausfallen. Es werde aber noch ein paar Tage dauern, bis alle Schäden restlos beseitigt sind. Unter anderem wurde eine Solarabsorberanlage auf dem Dach beschädigt. Insgesamt halte sich der Sachschaden jedoch in Grenzen, sagte Wipf.

Besonders betroffen war die

Wiesentalstraße zwischen der Ötlinger Straße und der Tumringer Wiesebrücke, die bis kurz vor 22 Uhr am Sonntag voll gesperrt war. Ebenfalls gesperrt war der Radweg entlang der Wiese. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) sowie die Mitarbeiter des städtischen Werkhofs waren bis gegen 21.30 Uhr im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, mussten diesen jedoch aufgrund eines weiteren Gewitters und der einbrechenden Dunkelheit beenden.

Feuerwehr und THW haben so schnell wie möglich die Straße frei gemacht, erklärte der Leiter des Fachbereichs Straßen, Verkehr, Sicherheit der Stadt Lörrach, Jürgen Nef. Die Hauptverkehrsachsen seien frei, sagte er. Es sei nicht auszuschließen, dass einige kleinere Fuß- und Radwege noch einige Zeit gesperrt bleiben müssten.

Neben rund 120 Feuerwehrleuten waren 23 THW-Helfer sowie 15 Mitarbeiter des städtischen Werkhofs im Einsatz. Werkhofleiter Jens Langela lobte seine Mitarbeiter für ihre Einsatzbereitschaft am Sonntag.

Die Aufräumarbeiten wurden gestern durch den Werkhof und die Baumpfleger des Eigenbetriebs Stadtgrün fortgesetzt, dafür wurde die Wiesentalstraße in Fahrtrichtung Nord nochmals gesperrt. Auch die Feuerwehr war noch einmal mit zehn Mann im Einsatz, wie Stadtbrandmeister Jürgen Schernhammer berichtete.

Das Unwetter werde den Werkhof noch die ganze Woche über beschäftigen, erklärte Langela. Neben den Aufräumarbeiten gehe es auch darum, eine Bestandsaufnahme zu machen. Die Baumpfleger des Eigenbetriebs Stadtgrün seien im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um die Bäume nacheinander zu begutachten. Beim Baumbestand am Friedhof habe es keine gravierenden Schäden gegeben.

In der Weinbrennerstraße lief Wasser in den Keller der ehemaligen Polizeidirektion. In der Industriestraße wurde ein Bierbrunnen durch eine Windbö umgeworfen und ein Pavillon mitgerissen, hieß es gestern in einer Mitteilung der Polizei.

Der entstandene Sachschaden lässt noch nicht beziffern.